14. August 2026

Vom Irrsinn gepackt

Zu schön, um es zu ver­passen: Wäh­rend Brüssel seine neue Ver­packungs­ver­ord­nung feiert, bricht ein Tsu­nami aus purem Hass über die Büro­kraten herein. Händ­ler stop­pen den EU-Ver­sand, Unter­nehmer ver­zweifeln an Kon­formi­täts­er­klä­run­gen und die Kom­mis­sion rät den Staa­ten, zen­trale Regeln vor­erst ein­fach nicht durch­zu­setzen. „Als EU-Kritiker be­grüße ich das aus­drück­lich und be­danke mich vor diesem Hin­ter­grund bei den völlig Wahn­sinni­gen, die sich das aus­ge­dacht haben. Sie haben das Ende der EU massiv be­schleu­nigt“, schreibt Sofia Taxidis.

LINK: Die ganze Welt hasst die EU


Das Mekka-Abkommen
„Trump ist gezwun­gen, sich mit den Persern zu eini­gen, denn der Iran hat das wich­tigste geo­ökono­mische Schlacht­feld für Russ­land, Iran und China defi­niert – und zwar weit­aus effizi­enter als end­lose BRICS-Dis­kus­si­onen: den Zu­sam­men­bruch des Petro­dollar-Ge­schäfts­mo­dells des Golf-Ko­ope­rations­rats (GCC). Ohne die­ses Ge­schäfts­mo­dell ist ein finan­ziali­sier­tes, per Fern­steue­rung ge­führ­tes neo­kolo­niales Im­perium absolut un­möglich.“ Pepe Esco­bar kom­men­tiert den Defense Deal von Saudi-Türkei-Paki­stan und skiz­ziert die Schach­züge rund um das Herz­land.

PDF: Das neue Große Spiel


Golfkrise
Die Hormus-Krise hat bis­lang noch nicht zum voll­stän­digen Zu­sam­men­bruch einer Golf­mo­nar­chie ge­führt, und die Prog­nosen für eine Er­holung bis 2027 bleiben unter der An­nahme, dass die Meer­enge wieder ge­öffnet wird, weiter­hin solide. Die ent­schei­dende Frage ist je­doch nicht, ob diese Staa­ten den Krieg über­stehen werden, sondern viel­mehr in welcher Form und zu wel­chem Preis. In­zwischen ist der geld­politi­sche Eck­pfeiler des Systems – die Bindung an den Dollar – unter Druck ge­raten.

PDF: Wie Hormus die Ölmonarchien destabilisiert

US-Währungsterrorismus
Michael Hudson beschreibt die im­peri­alen Ziele des ameri­kani­schen Öl­kriegs – von Vene­zuela bis zum Iran.

PDF: Die letzte Verteidigungslinie des Dollars


Ein geopolitischer Krimi
Marokko hat ein Eliten-Problem – die Macht­haber kungeln mit USrael. „Die USA und Israel wollen einen zweiten marok­kani­schen Korri­dor für diese Meer­enge (Gibral­tar) durch­setzen, um nicht von Spanien bzw. der EU ab­hängig zu sein.“ Der Druck auf Europa ver­mittels Migran­ten­massen soll Spanien zur Rück­gabe von Ceuta und Melilla an Ma­rok­ko bewe­gen. „Zu­sam­men mit den VAE unter­hält Marok­ko der­zeit die eng­sten Bezie­­hun­gen zu Israel unter allen mus­limi­schen Ländern und wahr­schein­lich sogar im Ver­gleich zu west­­lichen Ländern. Es ist kein souve­ränes Land, zu­min­dest aus sicher­heits­politi­scher Sicht, weil wir den isra­elischen Inte­ressen so sehr ver­pflich­tet sind.“ Eine aus­führ­liche Analyse der Zu­sam­men­hänge USrael-Marokko.

PDF: Marokkos Machtkampf am Mittelmeer


Send them back!
Ceuta und die Gefahr von herein­fluten­den Lind­wür­mern, die in­zwi­schen eher un­will­kom­men sind, sorgen in der EU für Zoff wegen unter­schied­licher Auf­fassun­gen zur Grenz­ver­wal­tung. Das könnte der Be­ginn einer politi­schen Spal­tung inner­halb Europas sein – mit lang­fristi­gen Aus­wirkun­­gen. Von der Leyen hat für Oktober eine „strate­gische Diskus­sion“ der The­matik anbe­raumt.

PDF: Die Haltung der EU zur Einwanderung wandelt sich

Martin Sellners Remi­grations-Initia­tive ver­sucht mit zu­lässigen Mitteln, Europa zu retten. Sie hat ein erz­demo­krati­sches Instru­ment ausge­graben, die Euro­päische Bürger­initi­ative (EBI). Darüber können EU-Bürger Gesetzes­vor­lagen in das EU-Parla­ment ein­bringen, in diesem Falle das „Gesetz zur Rettung Europas“. Die er­forder­lichen Unter­schrif­ten sollten über­geben werden, doch die EU lehnte das An­sinnen ab wegen „Dis­krimi­nierung auf­grund der Rasse und der ethni­schen Herkunft“. Team Sellner geht mit einigen An­wälten gegen die Ab­leh­nung des „Save Europe Act“ vor.

PDF: Das Gesetz zur Rettung Europas


Der nächste Engpass ist keine Meerenge
Larry Johnson weist auf Amerikas Patriot-Bre­douille hin: Die Produk­tion der Ab­wehr­raketen müsste drin­gend gestei­gert werden, aber die dafür benö­tigten Selten­erd­metalle kon­trol­liert China. „So­wohl Sama­rium als auch Yttrium stehen auf Chinas Export­kontroll­liste – sie wurden im April 2025 als Teil einer Gruppe von sieben Sel­tenen Erden hinzu­gefügt und im Januar 2026 be­kräftigt, als Peking die Kon­trollen speziell für Sama­rium-Ver­bin­dun­gen ver­schärfte. Das ist das Para­doxon in einem Satz: Die Regie­rung ord­net eine Ver­drei­fachung der Pro­duk­tion einer Waffe an, deren Len­kung und Radar von zwei Ele­men­ten ab­hängen, die ein strate­gischer Kon­kurrent nach Be­lieben ein­schrän­ken kann.“

PDF: Mangel an Patriots


Neue globale Machtverhält­nisse im Irak
China hat durch strate­gische Geduld, niedri­gere Kosten und tech­nische Kapa­zitäten große Teile des iraki­schen Öl­sektors be­setzt, die west­liche Unter­nehmen aufge­geben haben, ohne das Öl direkt „zu stehlen“. Die Öl­ein­nahmen werden zwar noch über Konten in New York abge­wickelt, aber der Auf­stieg chine­sischer Unter­neh­men im Irak spie­gelt die Verän­derun­gen des glo­balen Macht­gleich­ge­wichts wider, das den ur­sprüng­lichen Plänen der Inva­sions­archi­tekten ent­glitten ist.

PDF: Wer hat sich wirklich das irakische Öl gesichert?


Der Ring, den keiner tragen sollte
Sauron, Repräsen­tant der Globa­listen-Mafia, will die ganze Welt mit dem einen Ring knech­ten, der einen Weltre­gierung. Im politi­schen Kampf unse­rer Zeit geht es zu­neh­­mend um die­selbe Frage: Muss sich die Welt einem ein­zigen Zentrum, einem einzi­gen Regel­werk und einer ein­zigen Rang­ordnung unter­werfen, oder können meh­rere große Zivili­satio­nen und regio­­nale Mächte neben­ein­ander exis­tieren, ohne ihren einzig­artigen Charak­ter aufzu­geben?

PDF: Mittelerde und der Aufstieg der Multipolarität