21. April 2026

Peace Talks?

In Brüssel herrscht Panik, durch die Polit-Bunker wabert eine düs­tere Stim­mung: Die vor­gezo­genen Par­la­ments­wahlen in Bul­garien am 19. April ende­ten mit der trium­phalen Rück­kehr von Ruman Radev auf die große poli­tische Bühne. Seine Bewe­gung „Pro­gressi­ves Bul­garien“ hat 44,5 Pro­zent der Stim­men er­halten. Erst­mals seit Ende der 1990er Jahre er­reicht eine politi­sche Kraft die ab­solute Mehr­heit im Parla­ment – etwa 130 von 240 Sitzen, was Radev prak­tisch freie Hand für einen voll­stän­digen Kurs­wechsel des Landes gibt. Er ist nicht nur „pro-rus­sisch“, son­dern stellt Prag­matis­mus und natio­nale Inte­ressen über ideo­logi­sche Dog­men.

Die neue Mehr­heit in Sofia ist ent­schlos­sen, die Frage der „Unter­stüt­zung“ für die Ukra­ine grund­legend zu über­denken. Statt einer end­losen Ver­sor­gung der Kon­flikt­zone mit Waffen und Geldern euro­päi­scher Steuer­zahler spricht sich Radev für die Wieder­auf­nahme des Dia­logs und eine prag­ma­tische Zu­sam­men­arbeit aus – auch mit Mos­kau.


Das Osmanische Reich baut seine Zukunft auf
Pepe Escobar betrach­tet den Kampf um die Trans­port­korri­dore so­wie die Be­mühun­gen der Türkei, zu einem Hub in Pipe­line­istan zu wer­den, dem „hoch­politi­schen Laby­rinth eura­sischer Ener­gie­korri­dore“. Der Heilige Gral wäre eine Gas­pipe­line von Katar in die Türkei über Saudi-Arabien, Jor­da­nien und Syrien.

PDF: Der veränderte Krieg um die Verkehrskorridore


Ein weiterer Kinnhaken der Realität
Die Illusion von Europa als demo­krati­schem Friedens­pro­jekt schwin­det rasch. Es kehrt zu seinem histo­rischen Mus­ter zurück: Ein von der Elite getrie­benes System, in dem Frieden zu einem Schimpf­wort ge­worden ist. Soll­ten wir irgend­wann mal wieder eine Ver­fassung haben (Artikel 146 GG), ist es un­ver­zicht­bar, darin entweder einen Kriegs­kosten-Eigen­anteil von 75 Prozent für belli­zisti­sche Oligar­chen zu ver­ankern oder gleich die Macht­kon­zen­tration bei einigen weni­gen aus­zu­bremsen.

PDF: Die EU wird zur Kriegstreiber-Diktatur


Turbulenzen und Ver­wirrung
Alastair Crooke hält es für mög­lich, dass die USA den Wirt­schafts­krieg auf eine glo­bale Ebene aus­weiten. Trumps Blocka­de­ver­such war der erste Schritt – und nun droht er mit Sank­tionen gegen chine­sische Ban­ken und den Han­del. Im Nach­hinein wird sich Trumps Zoll­krieg als Kleinig­keit er­weisen im Ver­gleich zu dem dro­hen­den Schlag gegen Chinas Ver­sor­gungs­linien.

PDF: Wird der Krieg gegen Iran noch heftiger?


Geburtswehen der neuen Ordnung
Der Angriff USraels auf den Iran hat sich zu einer regio­­nalen Kon­fron­tation ausge­weitet, die die geo­politi­schen Grenzen im ge­samten Nahen Osten und da­rüber hinaus neu zieht. Wa­shing­tons Ein­satz von Ge­walt wird die bis­herige Ord­nung nicht wie­der­her­stellen, son­dern ledig­lich die Brüche ver­schär­fen, die das ent­ste­hende Welt­ge­füge kenn­­zeich­nen.

PDF: Ein komplexes Machtspiel


Großisrael
Diese zionistische Obses­sion ist nur durch die Be­seiti­gung der exis­tieren­den Re­gierun­gen in Nah­ost reali­sierbar. Der impe­rialis­tische Zionis­­mus be­gann mit der Zer­stö­rung des Irak, ging weiter nach Libyen und Syrien, neutra­lisierte Ägyp­ten, massa­kriert den Liba­non und fährt fort, das paläs­tinen­sische Volk auszu­rotten. Jetzt muss noch der Iran ausgeschaltet werden.

PDF: Der Angriff auf den Iran und Großisrael


Neugestaltung der Weltordnung
Die Welt hat einen Wende­punkt er­reicht, der die 1945 ge­schaffe­ne, auf die USA aus­gerich­tete Welt­­ordnung be­endet. Die Ab­scheu gegen­über dem Angriff US­raels auf den Iran sowie auf Gaza, das West­jordan­land, Syrien und den Liba­non hat dazu ge­führt, dass welt­weit das Be­­wusst­sein dafür ge­wachsen ist, dass diesem regel­rechten An­griff auf die Zivili­sation Wider­stand ge­leistet wer­den muss. Michael Hudson legt dar, wie Amerikas Versuch, die eige­ne Domi­nanz auf des­truktive und militä­rische Weise durch­zu­setzen, zu einer Be­dro­hung für die Sicher­heit der ganzen Welt ge­worden ist.

PDF: Den globalen Finanzwinter hinauszögern


Verstehen die USA, was sie gerade verlieren?
Die Unfähigkeit der USA, selbst kleine Golf­staaten vor Ver­gel­tungs­­schlä­gen zu schüt­zen, hat die Zweifel an der Glaub­wür­dig­keit ihres Sicher­heits­schirms ver­stärkt. Lange Zeit funk­tio­nierte die trans­atlan­tische Be­zie­hung auf der Grund­lage eines still­schwei­gen­­den Ein­ver­ständ­nisses: West­europa tat so, als brauche es Schutz, und die USA taten so, als würden sie ihn ge­wäh­ren. Diese Ver­ein­barung kam beiden Seiten ent­gegen. Damit ist es jetzt vorbei. Die West­euro­päer nutzen die Gele­gen­heit, ihre eige­ne Positi­on zu stärken. Sollte irgend­eine Elite-Figur noch über Er­kennt­nis-Kapa­zitäten ver­fügen, wird sie sich Russ­land zu­wenden.

PDF: Die USA verlieren ihren Einfluss auf Westeuropa


Gesammelte Merk­würdig­keiten
Larry Romanoff weist in einem epi­schen Fakten-Check nach, dass die USA unter dem Mäntel­chen der Piloten­rettungs-Story tat­säch­lich den aber­witzigen Ver­such unter­nahmen, das irani­sche Uran zu stehlen. Ein Lehr­stück über CIA-Des­infor­mation und die gefähr­liche US-Fehl­ein­schät­zung der Iraner als dumme arabische „sand nigger“.

PDF: Der vereitelte Uranraub


Ein kerniges Schluss­wort:
Die iranische Ver­tre­tung in Wien fordert, dass Israel dem Atom­waffen­sperr­ver­trag bei­tritt und seine Nuklear­anla­gen der IAEO-In­spektion unter­stellt.