27. März 2026

Mautstelle Hormus

„Wer nicht damit be­schäftigt ist, ge­boren zu wer­den, ist damit be­schäf­tigt, zu sterben“, sang schon Bob Dylan, gera­de­zu ein Gleich­nis von multi­pola­rer und uni­polar-impe­rialer Ord­nung. Der Petro­dollar hat ausge­dient. Alter­native Zah­lungs­syste­me sind be­reits in Betrieb. Und der Glo­ba­le Süden beob­achtet in Echt­zeit, wie das Impe­rium der end­losen Bom­barde­ments durch einen de­­zentra­lisierten Zer­mür­bungs­krieg zum Still­stand ge­bracht werden kann – insze­niert von einer sou­ve­­ränen Nation, deren Vertei­di­gungs­budget nur ein Fünf­zigstel des US-Budgets beträgt. Pepe Esco­bar über den langen und kurven­reichen Weg von Petro-Gold.

PDF: Eine neue Welt entsteht, während die alte im Sterben liegt


Wer zieht an Trumps Fäden?
Trump führt einen wenig durch­dach­ten Krieg gegen einen gut orga­nisier­ten Gegner. Der totale Ver­nich­tungs­wille, der an allen Ecken durch­schim­mert, ist ein Zeichen dafür, dass Trump keine Kon­trolle über diese Ange­legen­heit hat: Die verbor­genen Macht­struk­turen der USA instru­menta­lisie­ren ihn. Die weni­gen ver­öffent­lich­ten Details der Epstein-Affäre haben das sump­fige Macht­ge­füge aus Ge­heim­dien­sten, Geld und Korrup­tion ent­hüllt, das auf eine un­aus­ge­spro­chene ver­fas­sungs­recht­liche und akute Sicher­heits­krise inner­halb der USA hin­deutet.

PDF: Der Iran-Konflikt läuft völlig aus dem Ruder


Ist der Krieg das US-Abbruch­theater?
Michael Hudson und Richard Wolff disku­tieren Zu­kunfts­sze­narien, in die der nun­mehr einge­leitete Dritte Welt­krieg führen könnte: Die USA wollen die Kon­trolle über den ge­samten welt­weiten Öl­handel er­kämp­fen und den Iran balka­nisie­ren. Dieser hat sich aber lange auf den Krieg vor­be­reitet und will die Ameri­kaner aus dem Nahen Osten ver­treiben. Die Zio­nisten sehen die Zer­stö­rung Israels kom­men und ex­pan­dieren prä­ventiv in den Liba­non, den sie zu über­nehmen geden­ken. Die UNO ist geld- und macht­los und wird nach diesem Krieg durch eine neue Orga­nisa­tion er­setzt. „Wenn die Ölkrise ab­klingt und die LNG-Krise sowie die Dünge­mittel­­krise zu einer Krise der chemi­schen Indu­strie und einer Indu­strie­krise führen, wird all dies die Welt genau­so grund­legend ver­ändern wie es der Erste und der Zweite Welt­krieg auf ihre Weise getan haben.“

PDF: Warum dieser Krieg die Welt umgestalten könnte

Der Wille zur imperialen Macht
In diesem Zweiseiter vom 12. März ver­deut­licht Michael Hudson noch ein­mal die destruk­tive Ent­schlos­sen­heit der USA im Hin­blick auf den Griff nach der welt­weiten Öl­kontrolle: „Der Rest der Welt scheint unter einer kog­niti­ven Disso­nanz zu leiden, was das enorme Aus­maß – und die schiere Bos­haftig­keit – dieses lang­fristigen US-Plans an­geht, Öl als Hebel zu nutzen, um die ge­samte Welt­wirt­schaft durch deren Ab­hängig­keit von Öl, Gas (und Helium) zu kon­trollie­ren. Andere Länder können sich eine solche Dreis­tig­keit nicht vor­stellen.“

PDF: Der endgültige US-Angriff


Zur Erfrischung
Pepe Escobar, nach eigener Aus­sage „einer der letz­ten alt­modi­schen Aus­lands­korres­pon­den­ten“, im Ge­spräch mit Glenn Diesen (deutsch synchro­nisiert). O-Ton: „Iran ist ge­wisser­maßen der heilige Gral und dieser Krieg wurde seit den späten 1990er Jahren geplant. … Der ent­setz­liche Jared Kush­ner hat in Trumps erster Amts­zeit 2 Milli­arden Dollar von MbS erhalten. Jetzt zahlt MbS fünf Milliarden Schwie­­ger­­sohn-Förde­rung. Das Ge­hirn des dyna­mischen Duos Kushner & Gattin ist Ivanka. Kushner ist ab­scheu­lich, ein zwie­lichtiger, billi­ger Immo­bilien-Unter­nehmer, der Haupt­ver­käufer dieses Krieges.“

LINK: Irans Strategie des Zermürbungskriegs


Fristen-Poker
„Ist es möglich, dass das fünf­tägige Ultima­tum in Wirk­lich­keit ein weite­rer schmut­ziger Trick ist und Trump tat­säch­lich eine Inva­sion von US-Mari­nes ent­lang der irani­schen Küste plant – und dass der per­fekte Zeit­punkt dafür der späte Nachmittag des Freitags, 27. März, wäre?“ Inzwi­schen hat Trump das Ulti­matum bis zum 6. April ver­längert.

PDF: Trumps Ultimatum an den Iran ist kein Scherz


Sunnitische Entwick­lungs­dynamik
Es gibt Anzeichen für einen Dialog zwi­schen füh­ren­den sunni­tischen Mäch­ten wie der Türkei, Ägyp­ten, Saudi-Ara­bien und Paki­stan. Ihre Ge­spräche sollten nicht als Vor­stufe zur Bildung eines Militär­bünd­nisses nach dem Vor­bild der NATO inter­pretiert werden, sondern viel­mehr als Aus­druck objek­tiver Dynami­ken, die traditi­onelle Kon­kurren­ten dazu drän­gen, Bereiche für eine Zu­sam­men­arbeit zu iden­tifi­zieren – gemein­same Inte­ressen. Dieses Phäno­men ist Teil des Über­gangs zu einer neuen inter­natio­nalen Ord­nung, die durch größere Flexi­bilität und einen Ab­bau starrer Bünd­nisse ge­kenn­zeichnet ist.

PDF: Die geopolitische Rolle der sunnitischen Nahost-Länder


Schock an der Straße von Hormus
Aus türkischer Feder: Eine gut lesbare Betrach­tung der wirt­schaft­lichen Be­gleit­er­schei­nungen des neuen Golf­kriegs und ihrer geo­politi­schen Aus­wir­kungen.

PDF: Wie ein Seekrieg die Petrodollar-Ordnung bedroht


Zukunftsgrauen
Die progredierende Kalifa­tisie­rung Klein­bri­tan­niens: „Die Weißen ver­lassen das Land in immer größe­rer Zahl, und der demo­grafi­sche Grund­stein für eine isla­mische Vor­herr­schaft wird be­reits gelegt. Die Briten haben, wie alle weißen Länder, eine Ge­burten­rate, die weit unter der Re­produk­tions­rate liegt, wäh­rend die der Mus­lime weit da­rüber liegt.“

PDF: Der islamische Staatsstreich in UK