„Wer nicht damit beschäftigt ist, geboren zu werden, ist damit beschäftigt, zu sterben“, sang schon Bob Dylan, geradezu ein Gleichnis von multipolarer und unipolar-imperialer Ordnung. Der Petrodollar hat ausgedient. Alternative Zahlungssysteme sind bereits in Betrieb. Und der Globale Süden beobachtet in Echtzeit, wie das Imperium der endlosen Bombardements durch einen dezentralisierten Zermürbungskrieg zum Stillstand gebracht werden kann – inszeniert von einer souveränen Nation, deren Verteidigungsbudget nur ein Fünfzigstel des US-Budgets beträgt. Pepe Escobar über den langen und kurvenreichen Weg von Petro-Gold.
PDF: Eine neue Welt entsteht, während die alte im Sterben liegt
Wer zieht an Trumps Fäden?
Trump führt einen wenig durchdachten Krieg gegen einen gut organisierten Gegner. Der totale Vernichtungswille, der an allen Ecken durchschimmert, ist ein Zeichen dafür, dass Trump keine Kontrolle über diese Angelegenheit hat: Die verborgenen Machtstrukturen der USA instrumentalisieren ihn. Die wenigen veröffentlichten Details der Epstein-Affäre haben das sumpfige Machtgefüge aus Geheimdiensten, Geld und Korruption enthüllt, das auf eine unausgesprochene verfassungsrechtliche und akute Sicherheitskrise innerhalb der USA hindeutet.
PDF: Der Iran-Konflikt läuft völlig aus dem Ruder
Ist der Krieg das US-Abbruchtheater?
Michael Hudson und Richard Wolff diskutieren Zukunftsszenarien, in die der nunmehr eingeleitete Dritte Weltkrieg führen könnte: Die USA wollen die Kontrolle über den gesamten weltweiten Ölhandel erkämpfen und den Iran balkanisieren. Dieser hat sich aber lange auf den Krieg vorbereitet und will die Amerikaner aus dem Nahen Osten vertreiben. Die Zionisten sehen die Zerstörung Israels kommen und expandieren präventiv in den Libanon, den sie zu übernehmen gedenken. Die UNO ist geld- und machtlos und wird nach diesem Krieg durch eine neue Organisation ersetzt. „Wenn die Ölkrise abklingt und die LNG-Krise sowie die Düngemittelkrise zu einer Krise der chemischen Industrie und einer Industriekrise führen, wird all dies die Welt genauso grundlegend verändern wie es der Erste und der Zweite Weltkrieg auf ihre Weise getan haben.“
PDF: Warum dieser Krieg die Welt umgestalten könnte
Der Wille zur imperialen Macht
In diesem Zweiseiter vom 12. März verdeutlicht Michael Hudson noch einmal die destruktive Entschlossenheit der USA im Hinblick auf den Griff nach der weltweiten Ölkontrolle: „Der Rest der Welt scheint unter einer kognitiven Dissonanz zu leiden, was das enorme Ausmaß – und die schiere Boshaftigkeit – dieses langfristigen US-Plans angeht, Öl als Hebel zu nutzen, um die gesamte Weltwirtschaft durch deren Abhängigkeit von Öl, Gas (und Helium) zu kontrollieren. Andere Länder können sich eine solche Dreistigkeit nicht vorstellen.“
PDF: Der endgültige US-Angriff
Zur Erfrischung
Pepe Escobar, nach eigener Aussage „einer der letzten altmodischen Auslandskorrespondenten“, im Gespräch mit Glenn Diesen (deutsch synchronisiert). O-Ton: „Iran ist gewissermaßen der heilige Gral und dieser Krieg wurde seit den späten 1990er Jahren geplant. … Der entsetzliche Jared Kushner hat in Trumps erster Amtszeit 2 Milliarden Dollar von MbS erhalten. Jetzt zahlt MbS fünf Milliarden Schwiegersohn-Förderung. Das Gehirn des dynamischen Duos Kushner & Gattin ist Ivanka. Kushner ist abscheulich, ein zwielichtiger, billiger Immobilien-Unternehmer, der Hauptverkäufer dieses Krieges.“
LINK: Irans Strategie des Zermürbungskriegs
Fristen-Poker
„Ist es möglich, dass das fünftägige Ultimatum in Wirklichkeit ein weiterer schmutziger Trick ist und Trump tatsächlich eine Invasion von US-Marines entlang der iranischen Küste plant – und dass der perfekte Zeitpunkt dafür der späte Nachmittag des Freitags, 27. März, wäre?“ Inzwischen hat Trump das Ultimatum bis zum 6. April verlängert.
PDF: Trumps Ultimatum an den Iran ist kein Scherz
Sunnitische Entwicklungsdynamik
Es gibt Anzeichen für einen Dialog zwischen führenden sunnitischen Mächten wie der Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien und Pakistan. Ihre Gespräche sollten nicht als Vorstufe zur Bildung eines Militärbündnisses nach dem Vorbild der NATO interpretiert werden, sondern vielmehr als Ausdruck objektiver Dynamiken, die traditionelle Konkurrenten dazu drängen, Bereiche für eine Zusammenarbeit zu identifizieren – gemeinsame Interessen. Dieses Phänomen ist Teil des Übergangs zu einer neuen internationalen Ordnung, die durch größere Flexibilität und einen Abbau starrer Bündnisse gekennzeichnet ist.
PDF: Die geopolitische Rolle der sunnitischen Nahost-Länder
Schock an der Straße von Hormus
Aus türkischer Feder: Eine gut lesbare Betrachtung der wirtschaftlichen Begleiterscheinungen des neuen Golfkriegs und ihrer geopolitischen Auswirkungen.
PDF: Wie ein Seekrieg die Petrodollar-Ordnung bedroht
Zukunftsgrauen
Die progredierende Kalifatisierung Kleinbritanniens: „Die Weißen verlassen das Land in immer größerer Zahl, und der demografische Grundstein für eine islamische Vorherrschaft wird bereits gelegt. Die Briten haben, wie alle weißen Länder, eine Geburtenrate, die weit unter der Reproduktionsrate liegt, während die der Muslime weit darüber liegt.“