Iran an die USA: „Ihr wollt einen atomwaffenfreien Nahen Osten? Dann fangt bei Israel an. Der Iran fordert seit 1974 konsequent die Einrichtung einer Zone ohne Atomwaffen und andere Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten, eine Vision, die aufgrund anhaltender Hindernisse und selektiver Durchsetzung internationaler Normen noch nicht verwirklicht werden konnte“, sagte der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi. „Alle Parteien müssen gleichermaßen für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen zur Rechenschaft gezogen werden. Das Fortbestehen von Massenvernichtungswaffen im Besitz des israelischen Regimes und dessen wiederkehrende nukleare Rhetorik und Drohungen geben weiterhin Anlass zu großer Sorge.“ Mit Blick auf die USA schlug Gharibabadi einen Kurswechsel vor: „Sie haben Sanktionen und Krieg gegen den Iran versucht und sind damit nicht weitergekommen. Jetzt ist es an der Zeit, Diplomatie und Respekt zu versuchen.“
Es gibt keinen Plan B
„Wir sind bereits in eine neue historische Phase eingetreten: keine Zurückhaltung, keine Umschweife, nicht einmal der Versuch, irgendetwas zu rechtfertigen. Der Iran spiegelt die ultimative Entscheidung wider: Entweder setzt sich der US-zionistische Imperialismus durch oder es kommt zur Multipolarität.“ Kein Wunder also, dass das allgegenwärtige Schlachtfeld von Tag zu Tag heftiger wird, meint Pepe Escobar.
Anti-Zugangs-Strategie mit Kraftmultiplikator
Der Iran hat eine umfassende Verteidigungs-Architektur aufgebaut, die darauf ausgelegt ist, die mächtigste Seestreitmacht der Geschichte herauszufordern, zu schwächen und letztendlich abzuschrecken. Die USA müssen sich darauf einstellen, einem überaus intelligenten Gegner gegenüberzustehen, der asymmetrische Kriegsführung in eine ausgeklügelte Abwehr verwandelt hat.
PDF: Irans komplexes Arsenal für den Seekrieg
Das Imperium greift sich den Kaukasus
Trump möchte mit seinem eurasischen Handelskorridor TRIPP „einen Eckpfeiler der US-amerikanischen Strategie zur Anbindung Eurasiens“ errichten und „eine dauerhafte wirtschaftliche Präsenz der USA verankern“ – vom Kaukasus bis China. Es geht in Wirklichkeit eher darum, Chinas Belt & Road Initiative und die traditionelle Dominanz Russlands in der Region auszugleichen oder beiden Ländern entgegenzuwirken.
PDF: Trumps Eurasischer Transportkorridor
Zur geostrategischen Vertiefung: Der Hegemon beschränkt sich keineswegs auf seine westliche Hemisphäre. Die Amerikaner haben sich dafür entschieden, sich in den geografischen Dreh- und Angelpunkt des Kaukasus einzuklinken, was geopolitisch gesehen bedeutet, dass sie Mackinder gut verstanden haben: Erobere die Randgebiete Eurasiens, um das Herzland zu umzingeln und zu vernichten. Und, wenn man so will, auch Russland und China mit all ihren Allianzen. Dies ist ein wirklich bedeutender Schritt, insbesondere wenn man den 99-Jahres-Vervtrag berücksichtigt, der es den USA erlaubt, Kriegsschiffe im Kaspischen Meer zu stationieren.
PDF: EU verliert Kaukasus an USA
Wer stoppt das Imperium?
Die Politik der Vergangenheit fesselt die Zukunft Amerikas. Russland allein mag nicht in der Lage sein, Trumps Blase zum Platzen zu bringen, aber China, Russland und der Iran zusammen könnten und würden dies möglicherweise tun. Alastair Crooke diagnostiziert eine fehlende Wettbewerbsfähigkeit der USA.
PDF: China kann US-Ambitionen Einhalt gebieten
US-Zoll-Chaos
Trump kann keine länderspezifischen Zollzugeständnisse im Austausch für Investitionszusagen mehr machen. Nach seiner Niederlage vor dem Supreme Court setzte er bereits zahlreiche drohende Zoll-Tweets ab. Wie soll es jetzt im Handelskrieg weitergehen? Für die Wirtschaft ist die Entscheidung des Supreme Court ein weiteres Desaster, weil jede Planungssicherheit verpufft.
PDF: Struktur der Zolldiktate in Auflösung
Vergiftete Propaganda
Rechtzeitig zur Sicherheitskonferenz schlagzeilte die britische Presse „Navalny mit Pfeilgiftfrosch vergiftet“. Beweise gibt es keine. Die Friedensverhandlungen von USA, Russland, Ukraine in Genf wurden aber vorerst beendet. „Die Erfindung von Propaganda ist Teil der giftigen Agenda Großbritanniens. Die Geschichte der Anstiftung Londons zu Kriegen in Europa – nicht zuletzt seine finstere Rolle bei der Auslösung des Ersten und Zweiten Weltkriegs – steht im Einklang mit den jüngsten Manövern, den Konflikt in der Ukraine weiter anzuheizen.“
PDF: Großbritannien vergiftet erneut die Friedensdiplomatie
Britannia doesn’t rule the waves
„Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass das Verteidigungsministerium bei der Beschaffung so erbärmlich zu sein scheint, dass die Verantwortlichen wahrscheinlich nicht einmal einen Obst- und Gemüsestand auf dem lokalen Markt betreiben könnten, geschweige denn komplexe neue Rüstungsprogramme verwalten.“
PDF: Das britische Militär ist knapp bei Kasse
Kaiserdämmerung
Wenn eine politische Ordnung ihre kreative Energie verliert, verfestigt sie ihre Autorität, um die Kohärenz zu bewahren. Eine konzentrierte Führung wird zum Instrument, mit dem eine Zivilisation versucht, ihren Zerfall aufzuhalten. Damit wird der Boden bereitet für Individuen, die Autorität jenseits parteipolitischen Gefasels verkörpern. Die Geschichte wartet auf die Persönlichkeit, die der notwendigen Transformation Gestalt geben wird.