24. Februar 2026

Entweder – oder

Iran an die USA: „Ihr wollt einen atom­waffen­freien Nahen Osten? Dann fangt bei Israel an. Der Iran fordert seit 1974 kon­se­quent die Ein­rich­tung einer Zone ohne Atom­waffen und andere Mas­sen­ver­nich­tungs­waffen im Nahen Osten, eine Vision, die auf­grund anhal­tender Hinder­nisse und selek­tiver Durch­set­zung inter­natio­naler Normen noch nicht ver­wirk­licht werden konnte“, sagte der stell­ver­tre­tende Außen­mini­ster Kazem Ghari­ba­badi. „Alle Parteien müssen glei­cher­maßen für die Er­füllung ihrer Ver­pflich­tun­gen zur Rechen­schaft gezo­gen werden. Das Fort­be­stehen von Massen­ver­nich­tungs­waffen im Besitz des isra­eli­schen Re­gimes und dessen wie­der­keh­rende nukle­are Rhetorik und Dro­hun­gen geben weiter­hin An­lass zu großer Sorge.“ Mit Blick auf die USA schlug Ghari­ba­badi einen Kurs­wechsel vor: „Sie haben Sank­tionen und Krieg gegen den Iran ver­sucht und sind damit nicht wei­ter­ge­kom­men. Jetzt ist es an der Zeit, Diplo­matie und Res­pekt zu ver­suchen.“

Es gibt keinen Plan B
„Wir sind bereits in eine neue histo­rische Phase ein­ge­treten: keine Zu­rück­haltung, keine Um­schweife, nicht ein­mal der Ver­such, irgend­etwas zu recht­fer­tigen. Der Iran spiegelt die ulti­mative Ent­schei­dung wider: Ent­we­der setzt sich der US-zio­nisti­sche Impe­rialis­mus durch oder es kommt zur Multi­pola­rität.“ Kein Wunder also, dass das all­gegen­wär­tige Schlacht­feld von Tag zu Tag heftiger wird, meint Pepe Escobar.

PDF: Der zerrüttete Westen


Anti-Zugangs-Strate­gie mit Kraft­multi­plikator
Der Iran hat eine um­fassen­de Ver­teidi­gungs-Archi­tektur auf­ge­baut, die da­rauf aus­ge­legt ist, die mäch­tig­ste See­streit­macht der Ge­schichte heraus­zu­fordern, zu schwä­chen und letzt­end­lich abzu­schrecken. Die USA müssen sich darauf ein­stellen, einem über­aus intelli­genten Gegner gegen­über­zu­stehen, der asym­metri­sche Kriegs­führung in eine ausge­klügelte Ab­wehr ver­wan­delt hat.

PDF: Irans komplexes Arsenal für den Seekrieg


Das Imperium greift sich den Kaukasus
Trump möchte mit seinem eura­sischen Handels­korri­dor TRIPP „einen Eck­pfeiler der US-ameri­kani­schen Strate­gie zur An­bindung Eura­siens“ er­richten und „eine dauer­hafte wirt­schaft­liche Prä­senz der USA ver­ankern“ – vom Kauka­sus bis China. Es geht in Wirk­lich­keit eher darum, Chinas Belt & Road Initiative und die tradi­tio­nelle Domi­nanz Russ­lands in der Region auszu­gleichen oder beiden Län­dern ent­gegen­zu­wirken.

PDF: Trumps Eurasischer Transportkorridor

Zur geostrategischen Vertie­fung: Der Hegemon be­schränkt sich keines­wegs auf seine west­liche Hemi­sphäre. Die Ameri­kaner haben sich dafür ent­schie­den, sich in den geo­grafi­schen Dreh- und Angel­punkt des Kau­kasus einzu­klinken, was geo­poli­tisch ge­sehen be­deutet, dass sie Mackin­der gut ver­stan­den haben: Erobere die Rand­gebiete Eura­siens, um das Herz­land zu um­zingeln und zu ver­nichten. Und, wenn man so will, auch Russ­land und China mit all ihren Allian­zen. Dies ist ein wirk­lich be­deu­ten­der Schritt, ins­be­son­dere wenn man den 99-Jahres-Vervtrag be­rück­sich­tigt, der es den USA er­laubt, Kriegs­schiffe im Kaspi­schen Meer zu statio­nieren.

PDF: EU verliert Kaukasus an USA


Wer stoppt das Imperium?
Die Politik der Ver­gan­gen­heit fes­selt die Zu­kunft Ameri­kas. Russ­land allein mag nicht in der Lage sein, Trumps Blase zum Plat­zen zu bringen, aber China, Russ­land und der Iran zu­sam­men könn­ten und wür­den dies mög­licher­weise tun. Alastair Crooke diag­nosti­ziert eine feh­lende Wett­be­werbs­fähig­keit der USA.

PDF: China kann US-Ambitionen Einhalt gebieten


US-Zoll-Chaos
Trump kann keine länder­spezi­fischen Zoll­zuge­ständ­nisse im Aus­tausch für Inves­titions­zu­sagen mehr machen. Nach seiner Nieder­lage vor dem Su­preme Court setzte er be­reits zahl­reiche dro­hende Zoll-Tweets ab. Wie soll es jetzt im Han­dels­krieg weiter­gehen? Für die Wirt­schaft ist die Ent­schei­dung des Su­preme Court ein weite­res De­saster, weil jede Pla­nungs­sicher­heit ver­pufft.

PDF: Struktur der Zolldiktate in Auflösung


Vergiftete Propaganda
Rechtzeitig zur Sicher­heits­konfe­renz schlag­zeilte die briti­sche Presse „Navalny mit Pfeil­gift­frosch ver­giftet“. Be­weise gibt es keine. Die Friedens­ver­hand­lungen von USA, Russ­land, Ukraine in Genf wurden aber vor­erst be­endet. „Die Erfin­dung von Propa­ganda ist Teil der gifti­gen Agenda Groß­britan­niens. Die Ge­schichte der An­stiftung Lon­dons zu Kriegen in Europa – nicht zu­letzt seine fin­stere Rolle bei der Aus­lösung des Ersten und Zweiten Welt­kriegs – steht im Ein­klang mit den jüng­sten Manövern, den Kon­flikt in der Ukraine weiter anzu­heizen.“

PDF: Großbritannien vergiftet erneut die Friedensdiplomatie


Britannia doesn’t rule the waves
„Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass das Vertei­digungs­­minis­terium bei der Be­schaf­fung so er­bärmlich zu sein scheint, dass die Ver­ant­wort­lichen wahr­­schein­­lich nicht einmal einen Obst- und Ge­müse­stand auf dem lokalen Markt be­treiben könnten, ge­schweige denn kom­plexe neue Rüstungs­pro­gram­me verwalten.“

PDF: Das britische Militär ist knapp bei Kasse


Kaiserdämmerung
Wenn eine politische Ordnung ihre kreative Ener­gie ver­liert, ver­festigt sie ihre Auto­rität, um die Kohä­renz zu be­wah­ren. Eine kon­zen­trierte Füh­rung wird zum Instru­ment, mit dem eine Zivili­sation ver­sucht, ihren Zer­fall aufzu­halten. Damit wird der Boden bereitet für Indi­vidu­en, die Auto­rität jen­seits partei­politi­schen Ge­fasels ver­kör­pern. Die Ge­schichte wartet auf die Per­sön­lich­keit, die der not­wen­digen Trans­forma­tion Ge­stalt geben wird.

PDF: Das Zeitalter der Cäsaren bricht an