Atempause ohne Lösung: Am 40. Tag des Krieges der USA und Israels gegen den Iran zogen sich die USA zurück, während Israel unter Verletzung der Waffenruhe weiterhin den Libanon angriff. Der Iran hat im Gegenzug die Passage durch die Straße von Hormus wieder vollständig unterbunden. Das Gegenteil war Teil der Waffenruhe-Verabredung. „Die USA müssen sich zwischen „Waffenstillstand oder fortgesetztem Krieg über Israel“ entscheiden, warnt Irans Außenminister Araghchi. Was heißt das? Business as usual, der Waffenstillstand ist keiner, der Gesprächsbeginn ist fraglich.
09.04.2026
Das Epstein-Syndikat bittet um eine Atempause
„Wir waren an einem Punkt angelangt, an dem Israel, der Todeskult in Westasien, gleichzeitig vom Iran und der Hisbollah im Südlibanon zerschlagen wurde; ungeachtet der Flut an Propaganda spielten Israels Hilferufe eine entscheidende Rolle bei Trumps Kehrtwende hin zu einem Waffenstillstand. Das Epstein-Syndikat als Ganzes flehte darum. Das hatte nichts mit Geopolitik zu tun, sondern mit operativer Hölle: Dem Imperium des Chaos sind die militärischen Ressourcen ausgegangen.“ Ein aktueller Lagebericht von Pepe Escobar.
PDF: Barbarien kapituliert aus strategischen Gründen
Die Grenzen der US-Macht
Eine gründliche russische Analyse mit einem erfreulichen Fazit: „Der Iran hat in dem aufgezwungenen Krieg Widerstandsfähigkeit, Initiative und strategische Gelassenheit an den Tag gelegt. Deshalb wird die derzeitige Pause nicht als Triumph der amerikanischen Stärke wahrgenommen, sondern als Beweis für deren Grenzen.“
PDF: Warum der Iran als der eigentliche Gewinner dasteht
Indien – einer der Verlierer
„Indiens Bestreben, sich über den IMEC-Korridor in Westasien zu etablieren, bricht unter dem Druck regionaler Konflikte und der USA zusammen und offenbart die Fragilität seiner strategischen Autonomie. Da sich Indien aus dem Iran zurückzieht und in wichtigen Foren schweigt, wird seine Glaubwürdigkeit als unabhängige Macht des Globalen Südens in Frage gestellt.“
08.04.2026
Überraschung: Last minute Waffenstillstand! Wenn Israel nicht wieder dazwischen funkt, werden am Freitag, dem 10. April, in Islamabad die ersten Gespräche zwischen USA und Iran beginnen. US-Delegierte sind J.D. Vance, Witkoff & Kushner. Allerdings grüßte schon das zionistische Murmeltier: Kurz nach der Ankündigung drohender Friedensgespräche beklagte sich Israel, dass der Iran sein Bombardement fortsetzt. Warum? Netanjahu hatte erklärt, dass Israel die Entscheidung der USA unterstützt, die Angriffe gegen den Iran für zwei Wochen auszusetzen, dass aber die Waffenruhe „den Libanon nicht einschließt“. Damit hat Israel die Waffenruhe schon gebrochen und der Iran kann dort weiterbomben.
Der Iran hat nach 40 Kriegstagen eine „historische und vernichtende Niederlage“ der USA und des israelischen Regimes verkündet. Washington sei gezwungen worden, einen zehn Punkte umfassenden iranischen Vorschlag anzunehmen, der einen dauerhaften Waffenstillstand, die Aufhebung aller Sanktionen und den Abzug der US-Kampftruppen aus der Region vorsieht. Der Plan verlangt die Einstellung der Kriegshandlungen an allen Fronten, darunter auch Israels Kampf gegen den „heldenhaften Islamischen Widerstand im Libanon“. Während der „verrückte Donald“ einknickt, lässt der Iran zwei Wochen lang den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu – in Abstimmung mit seinen Streitkräften. Die Kontrolle bleibt, wo sie ist.
PDF: Zwei Wochen Waffenstillstand
Alastair Crooke hat es vorausgesehen: „Ein Versuch, den Waffenstillstand zur Öffnung von Hormus zu vereinbaren, würde voraussetzen, dass dieser an allen Fronten gilt: Israel müsste seine Operationen im Libanon einstellen, AnsarAllah müsste ebenfalls seine Angriffe auf Israel einstellen, der Irak müsste seine Angriffe einstellen – und Israel müsste seine Angriffe im besetzten Palästina einstellen.“
PDF: Die Niederlage eingestehen, aber den Sieg beanspruchen
Holzauge, sei wachsam!
Brian Berletic: „Muss ich mich wiederholen und darauf hinweisen, dass es hier um die Aufrüstung, die Neuorganisation und um die Schaffung einer glaubwürdigen Ausrede im Vorfeld eines von den USA geplanten, organisierten und unterstützten „israelischen“ Angriffs auf den Iran geht – möglicherweise mit Atomwaffen?“
Perspektiven
„Der Nahostkonflikt erweist sich nicht nur als regionale Krise, sondern als Katalysator für globale Veränderungen, die die Machtverhältnisse in den kommenden Jahrzehnten neu gestalten werden. Der indirekte Angriff auf China, der Wandel im Nahen Osten, die Neugestaltung des Dollars und der Zusammenbruch Europas laufen alle auf eine einzige Entwicklung hinaus: Dieser Krieg wird die Welt stärker verändern als jeder andere Krieg zuvor.“ Lorenzo Pacini ist der hoffnungsvollen Ansicht, dass die Zivilisation immer noch stärker als die Barbarei.
PDF: Die Aussichten für diesen tragischen Krieg
Kurzkommentar zum Zahlungsverkehr in „the fucking Strait“: „Die Straße von Hormus könnte tatsächlich zu einem Testfeld für Transaktionen im Energiebereich werden, die auf dem Petroyuan und Kryptowährungen basieren.“
PDF: Irans Maut belastet Petrodollar
07.04.2026
„Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation untergehen, um nie wieder zurückzukehren. Ich möchte nicht, dass das geschieht, aber es wird wahrscheinlich so kommen. Doch nun, da wir einen vollständigen und totalen Regimewechsel haben, bei dem andere, klügere und weniger radikalisierte Köpfe die Oberhand gewinnen, kann vielleicht etwas revolutionär Wunderbares geschehen – WER WEISS DAS SCHON? Wir werden es heute Nacht erfahren, in einem der wichtigsten Momente in der langen und komplexen Geschichte der Welt. 47 Jahre Erpressung, Korruption und Tod werden endlich ein Ende finden. Gott segne das großartige Volk des Iran!“ US-Präsident Trump am 7. April 2026.
Schöner scheitern
Wie sich herausstellt, ist mal wieder eine US-Militär-Operation im Iran gescheitert: Die angebliche Pilotenrettung erweist sich als Deckmantelnarrativ für den missglückten Versuch einer Infiltration der Nuklear-Anlagen in Isfahan.
PDF: Schwere US-Niederlage bei der gescheiterten Isfahan-Operation
World War III
Michael Hudson und Richard Wolff stellen fest, dass der Dritte Weltkrieg begonnen hat. Ein Krieg, der als Machtkampf dargestellt wird, vom Öl angetrieben ist und zu einem systemischen Zusammenbruch eskaliert. Dabei handelt es sich nicht um einen regionalen Konflikt, sondern um eine globale Neuordnung, in der Energieengpässe, die Instrumentalisierung der Finanzmärkte und geopolitische Blöcke aufeinanderprallen und die Weltwirtschaft neu gestalten.
PDF: Irans Resilienz – Amerikas Fehleinschätzung
US-Widerstand gegen die neue Ordnung
„Der am 28. Februar 2026 gegen den Iran begonnene Angriffskrieg der USA ist nur die jüngste Aggression der USA, die darauf abzielt, die multipolare Welt zu untergraben und zu zerstören“, schreibt Brian Berletic. Die USA haben einen Großteil des 21. Jahrhunderts damit verbracht, sich nicht nur auf den Krieg mit dem Iran vorzubereiten, sondern auch auf ihren Stellvertreterkrieg mit Russland in der Ukraine und die zunehmende Einkreisung Chinas im asiatisch-pazifischen Raum – wobei sie alle wichtigen Säulen des Multipolarismus und viele dazwischen ins Visier nahmen.
PDF: Die USA führen Krieg gegen Multipolarismus
Zionisten-Terror am Kaspischen Meer
„Israel greift russisch-iranische Waffenschmuggelroute im Kaspischen Meer an“, titelte das Wall Street Journal. Diese dreiste Darstellung eines souveränen Logistikkorridors als „Schmuggelroute“ interpretiert den Angriff als präventive Polizeimaßnahme und nicht als Eskalation. Derselbe Bericht stellte fest, dass der Angriff die Lebensmittelversorgung des Iran bedroht. Allerdings stärkt diese Eskalation seitens USrael die Achse Russland–Iran, anstatt sie zu schwächen. Das Kaspische Meer ist nunmehr ein umkämpfter strategischer Korridor.
PDF: Moskau und Teheran schließen die Reihen
Völkerrecht oder Barbarentum?
Der Krieg von USrael und Kleinbritannien gegen den Iran hat zu einer Infragestellung des Völkerrechts geführt. Sogar der Sicherheitsrat hatte seine eigene Definition von Aggression vergessen. Er hat gegen sich selbst entschieden. Für diese Situation gab es noch keinen Präzedenzfall. Alle UN-Mitgliedstaaten müssen sich nun entweder für das Völkerrecht oder für das von den USA konzipierte Bündnissystem entscheiden. Thierry Meyssan beleuchtet die Situation:
Bis jetzt hielt der Westen die Ermordung von Staatsmännern für unmoralisch und kontraproduktiv. Israel und die USA sind sich vollkommen bewusst, dass ihr Vorgehen kontraproduktiv ist, aber es ist ihnen egal, ob es moralisch ist oder nicht. Israel hat seit 78 Jahren die palästinensischen Führer ermordet. Es hat dieses Volk zu Waisen gemacht und kann sich jetzt nur selbst die Schuld geben, wenn es keine Gesprächspartner mehr zum Verhandeln hat. Übrigens hat Israel das Haus des Führers der Revolution, Ayatollah Ali Khamenei, zerstört und ihn ermordet. Es ist genau so, als hätte es den Vatikan bombardiert und Papst Leo XIV. ermordet, weil dieser – und alle seine Vorgänger – gegen die Schaffung eines jüdischen Reiches waren.
LINK: Internationales Recht oder ausländische Militärbasen?
Titelbild: Fragment aus der altpersischen Residenzstadt Persepolis (Achämenidenreich 6. bis 4. Jh. v. Chr.)