27. April 2026

Westen im Wahn

„Die EU ist verrückt ge­worden, jetzt werden die Euro­päer zu deut­schen Fa­schisten gemacht. Des­halb müssen wir sie auf­halten, bevor sie völlig außer Kon­trolle ge­raten und sich in einen großen, wirk­lich großen Krieg stürzen. Sie führen Krieg gegen uns. … Wir müssen einen großen ther­mo­nukle­aren Krieg ver­meiden, der un­wei­ger­lich aus­brechen wird, wenn dieser globale Kon­flikt, der jetzt auf­flammt, weiter tobt. Das Erste, was wir tun müssen, ist, die EU auszu­schal­ten.“ Ein über­aus leb­haftes Inter­view mit Sergej Kara­ganow.

PDF: Die EU ist verrückt geworden

Tödliche Selbstzufriedenheit im Westen
Russlands War­nung, die Ver­spre­chen der NATO und die gefähr­liche Selbst­ge­fällig­keit des Wes­tens: Es ist an der Zeit, dass sich das kollek­tive Europa die Frage stellt, ob es wirk­lich in einem Krieg unter­gehen will, den es sich selbst zuzu­schreiben hat.

PDF: Der entfesselte Bär


Unbefristeter Waffen­still­stand?
Im Vorfeld eines mög­lichen Isla­ma­bad-2 ent­schied sich Tehe­ran für ein strate­gisches Schwei­gen. Teheran ignorierte den Pavian von Bar­barien auf ganzer Linie. Ver­wirrt musste er offen­sichtlich ein­knicken – und zwar ge­waltig. Jetzt setzt er keine zu­sätz­lichen Fristen mehr. Er droht nicht mehr damit, zivile Infra­struktur zu zerstören. Die große Frage ist, was mit der See­blockade ge­schieht, schreibt Pepe Esco­bar.

PDF: Die strategische Pattsituation

Pax Americana entsorgen
„Trumps Entscheidung, den Waffen­still­stand zu ver­län­gern, ist ein Schritt in die rich­tige Rich­tung. Was nun nötig ist, ist ein Ver­trau­ens­vor­schuss. Trump sollte den Rat des paki­stani­schen Gene­ral­­stabs­­chefs, Feld­mar­schall Asim Munir, be­folgen und die See­blockade auf­heben. Es ist ein Irr­glaube, man könne den Iran mit Waffen­ge­walt an den Ver­hand­lungs­tisch zwingen. Der natio­nale Stolz des Iran ist ein zivili­satori­sches Merk­mal, und sein tiefes Miss­trauen gegen­über den USA ist histo­risch be­dingt.“ M.K. Bhadra­kumar ist der An­sicht, dass eine weitere Runde von Kämpfen den Iran radika­lisieren würde.

PDF: Vertrauensvorschuss für den Iran


„Es ist so ernst wie in den 1930er Jahren“
Michael Hudson und Richard Wolff erörtern am 1. April, wie der US‑Krieg gegen den Iran die globale Ener­gie­ver­sor­gung zer­stört, die Welt­wirt­schaft in eine De­pres­sion stürzt und letzt­lich das US‑Impe­rium selbst schwächt. Abge­sehen davon nutzt Trump den Krieg zur Mani­pula­tion der Finanz­märkte. Der Iran wird auf An­griffe mit der Zer­störung der OPEC‑Öl­produk­tion rea­gieren, was Europa und Asien beson­ders hart treffen dürfte. Die Folge wird eine tekto­nische geo­politi­sche Ver­schie­bung hin zu einem neuen Block aus China, Russ­land und Iran sein, während west­liche Institu­tionen und einige BRICS-Länder unter Druck ge­raten – Indien muss sich positi­onie­ren, die Saudis und die Emirate eben­falls.

PDF: Das Ende der stabilen Energie

Drohender finan­zieller Winter
Michael Hudson am 8. April: Die Golf­staaten haben ge­lernt, dass die USA keine Schutz­macht sind. Der Krieg gegen den Iran dreht sich um den Versuch der Amerika­ner, den welt­weiten Öl­handel zu kon­trol­lieren und so ihre Vor­macht­stellung zu bewah­ren. Was werden andere Länder tun, um den Iran dabei zu unter­stützen, Druck auf die USA und Israel aus­zu­üben, um die Wieder­auf­nahme von Feind­selig­keiten zu ver­hin­dern? Diese wür­den zu einer chroni­schen Depres­sion führen, die drei oder vier Jahre an­dauern und eine voll­stän­dige Um­struk­turie­rung des welt­weiten Wirt­schafts- und Finanz­systems zur Folge hätte.

PDF: Hormus ist ein Druckmittel


„Konflikt-Outsourcing“
Mit dem vorüber­gehen­den Waffen­still­stand als Instru­ment zur strate­gischen Neu­aus­rich­tung kann eine un­kon­trol­lierte Eska­lation ver­mieden und gleich­zeitig aktiver militä­rischer Druck auf­recht­er­halten werden. Die Ameri­kaner über­tragen opera­tive Lasten auf regio­nale Partner wie z.B. Israel, die oft weni­ger durch inter­natio­nale Vor­schrif­ten ein­ge­schränkt sind. Feuer­pausen führen also nicht zur Ein­stel­lung der Feind­selig­keiten, son­dern tragen viel­mehr zu deren Neu­kon­figura­tion bei. Die Art der Kriegs­führung ver­ändert sich.

PDF: Auf dem Weg zur neuen Ordnung in Nahost


Eine neue Realität
Trumps derzeitige Stra­tegie scheint auf ein End­spiel aus­ge­rich­tet zu sein, in dessen Mittel­punkt eine Ver­hand­lungs­lösung steht, die den USA ein ge­wisses Maß an Macht oder Rele­vanz sichert, aber auch die Zu­­stim­mung der Be­teilig­ten ge­winnt. Die Schro­tung der Waffen­be­stände sichert das künftige Be­schrei­ten fried­licher Wege. Der Iran spielt mit, indem er Maut-Zah­lun­gen in USD-Tether ak­zep­tiert. USDT ist eine Art digi­taler Off­shore-Arm des Dollar­systems, der mehr Nutzer, mehr Nach­frage und mehr Kapital in den USD-Orbit bringt. Indem der Iran als „Maut­stelle“ für die Straße von Hormus fun­giert, inte­grie­ren sich die USA über einen ver­meint­lichen „Gegner“ in die ent­stehen­de multi­polare Finanz­archi­tektur, die die finan­zielle Rele­vanz Ameri­kas durch digi­tale Infra­struk­tur statt durch er­schöpfte Uni­pola­rität be­wahrt. Eine inte­res­sante Argu­men­tation, warum Trump zwar ver­rückt klingt, es aber nicht ist.

PDF: Der unzerstörbare Iran


An der Entsalzungs­front
Die Fähigkeit des Iran, die Ent­sal­zungs­infra­struk­tur zu be­drohen, zeigt eine struk­turelle Schwä­che im Herzen der isra­eli­schen Wirt­schaft, der militä­rischen Durch­­halte­fähig­keit und der regio­nalen Stellung. Die Sicher­heit der Wasser­ver­sor­gung steht nun im Mittel­punkt der militä­rischen und wirt­schaft­lichen Kal­kula­tio­nen des Besat­zungs­­staates.

PDF: Wasser als Israels Achillesferse


Fehler der Populisten
Der Populismus erlebt gerade einen gün­stigen Mo­ment, da sich die Fehler der globa­listi­schen Eliten häufen: Die Wirt­schaft stag­niert, die Ein­wan­de­rungs­zahlen bleiben hoch, die Städte werden immer un­siche­rer, die Staats­chefs drohen Russ­land mit Krieg, unter­stützen Völker­­morde im Nahen Osten und igno­rieren gene­rell alle For­derun­gen ihrer Be­völke­rung. Doch wenn die Popu­listen ihren Ama­teuris­mus nicht über­winden und ihre struk­turel­len Mängel nicht be­heben, werden sie eher eine Pro­test­be­we­gung bleiben als eine end­gül­tige politi­sche Lösung.

PDF: Die Fehler von Orbán und den EU-Populisten


Legitimitäts­verlust der EU-Tyrannei
Rumäniens System, das auf der Erzäh­lung von der „Be­dro­hung durch die ex­treme Rechte“ basiert, ist am Zer­bröseln. Die Koa­lition zer­fällt. Wären sie lern­fähig, könnten hiesige – mehr oder weniger extreme – Linke einige Er­kennt­nisse daraus gewinnen. Sind sie aber nicht. Folglich plagt der Zer­brö­se­lungs­prozess auch die Berliner Koa­lition hinter ihrer Brand­mauer.

PDF: Krise in Rumänien


Das nächste Murmeltier-Sanktions­paket
Der wahre Zweck der Gelder, die die EU-Bürger durch jahr­­zehnte­­lange Ver­­schul­­dung auf­­brin­gen müssen, be­­steht darin, den Kampf der NATO in der Ukra­ine gegen Russ­­land zu eska­lieren. Die Wirt­­­schafts­­sank­­tio­nen der EU sind aggres­­sive Maß­­nahmen, die darauf ab­zielen, die Wir­kung militä­­rischer An­griffe zu maxi­­mieren. Die russo­­phoben euro­pä­ischen Politi­ker schei­­nen um jeden Preis einen Krieg zu wollen.

PDF: EU-Sanktionen verschärfen NATO-Kriegsplan


Titelbild: Libanon-Krieg; Abdel Hamid Baalbaki; 1977