12. April 2026

Gesprächsversagen

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA endeten nach 21-stün­digen Gesprä­chen in der paki­stani­schen Haupt­stadt Islam­abad ohne Einigung. Es geht ledig­lich um Zeit­gewinn; ins­geheim bereiten sich beide auf eine weitere Runde der Aus­ein­ander­set­zungen vor. Die eigent­liche Tendenz und das eigent­liche Narra­tiv werden bald zurück­kehren und wieder an­halten. Dieser Krieg wird nur enden, wenn eines der folgen­den Ziele er­reicht wird: Die Zer­schla­gung der Isla­mi­schen Re­publik; der Rück­zug der USA aus der Region; die Zer­schla­gung Israels.

Max Blumenthal: „Gab es jemals Anzei­chen dafür, dass die von den isra­elischen Hand­langern Kushner und Wit­koff ange­führte ‚US‘-Dele­gation weni­ger als die voll­stän­dige ein­sei­tige Kapitu­lation des Iran fordern würde? Es gab keine. Diese Bar­baren ver­stehen nur Gewalt.“


Amerika – das Lieblingsland des Antichristen
Die US-Strategie hat sich bis heute als Kata­strophe erwiesen. Ent­weder gibt es ein Pro­blem mit der Doktrin, oder es gibt ein Pro­blem in der Be­fehls­kette. Oder wir müssen ein­fach an­erken­nen, dass der Iran bisher fähig war, einer nukle­aren Super­macht und einer Atom­macht die Stirn zu bieten. Aller­dings ist USrael nicht ab­kom­mens­fähig, also liegt eine be­ängsti­gende Un­ge­wiss­heit vor uns. Wir wissen jedoch, dass das irani­sche Volk der ganzen Welt ein Bei­spiel dafür geben wird, was Mut und Würde be­deuten. Keines dieser beiden Wörter ist in der US-Medail­len­samm­lung zu finden. Anders ausge­drückt: Baal ist bereit, ganze Völker zu ver­schlin­gen, und hat nicht die Ab­sicht, vor irgend­etwas Halt zu machen, was die ver­schie­de­nen Zivili­satio­nen dieser Mensch­heit hervor­ge­­bracht haben. Und die USA stellen zu­sam­men mit ihren Va­sallen die Anti-Zivili­sation dar.

PDF: Trump, der Weltenfresser


Konfliktlösungsansatz
Die USA müssen ihr imperi­alis­tisches Ver­halten als Ur­sache des Kon­flikts an­erken­nen. Dem Iran ist es ge­lungen, den Aggres­sor mit beein­drucken­dem Mut und mit Macht zu zügeln. Ver­hand­lungen mögen das Impe­rium viel­leicht auch eine Zeit lang in Schach halten. Doch letzt­­end­lich ist die einzige Sprache, die ein geno­zida­les Impe­rium ver­steht, die der Nie­der­lage.

PDF: Die eigentlichen Ursachen des Krieges

Die Entscheidung der USA, eine Eska­lation und letzt­lich die Zer­stö­rung einer ganzen Zivili­sation zu ver­mei­den, lässt bereits meh­rere Schluss­fol­gerun­gen zu, nicht nur in Be­zug auf die Region, son­­dern auch hin­sicht­lich der all­gemei­nen Ent­wick­lung der Welt­politik. Die USA wer­den nicht alles tun, um ihre Partner zu ver­teidi­gen, selbst jene nicht, die am stärk­sten auf sie ange­wiesen sind. Das wird vor allem die ost­euro­päi­schen Staa­ten zum Nach­denken anregen.

PDF: Die USA haben sich aus dem Iran zurückgezogen


Sensationelle Dumm­heit oder Machtgier?
„Trumps schlichte Dumm­heit und seine eigen­willige Art, das Präsi­den­ten­amt auszu­üben, indem er Freunde und Speichel­lecker als Be­rater ein­setzt, haben ihn an einen Punkt ge­bracht, den selbst Sky News als „mas­sive strate­gische Nieder­lage“ für die USA be­zeich­net, da der irani­sche Zehn-Punkte-Plan nicht nur Repa­rations­zah­lungen fordert, son­dern auch den Ab­zug aller US-Truppen aus der Region sowie die Auf­he­bung aller Sanktio­nen gegen den Iran vor­sieht.“ Ein har­scher Kom­mentar von Martin Jay.

PDF: Trump verliert das Eskalationsspiel


Mr. Trumps Gespür für Business
Der Selfmade-Milliar­där Ghali­baf ist für Trump (und Vize­präsi­dent JD Vance) der optimale und ideale Ge­sprächs­part­ner, um das ange­schla­gene Schiff der amerika­nisch-irani­schen Bezie­hun­gen aus den stürmi­schen Ge­wäs­sern zu steuern. Trumps Um­feld wird Ghali­bafs ge­schäft­lichen Scharf­sinn sicher­lich zu schät­zen wissen. Teheran hat der Trump-Regie­rung bereits naht­lose Ge­schäfts­mög­lich­­keiten, unter ande­rem im Öl- und Gas­sektor, in Aus­sicht ge­stellt, sofern sich die Bezie­hun­gen zwischen den beiden Ländern nor­mali­sieren. M.K. Bhadra­kumar weiß einiges über den irani­schen Parla­ments­sprecher Ghali­baf zu be­richten.

PDF: Milliardäre verhandeln in Pakistan


Unterwerfung ist keine Lösung mehr
„Der Waffenstillstand ist weni­ger als Frie­dens­doku­ment von Bedeu­tung, son­dern viel­mehr als Rönt­gen­bild. Er zeigte, dass Wa­shing­ton nach wie vor zer­stören kann. Das Problem ist, dass Zer­stö­rung keine Unter­wer­fung mehr garan­tiert. Die alte im­periale Formel – mit Ver­nichtung drohen, Bedin­gungen diktieren, das Ganze als Ord­nung bezeich­nen – bringt mittler­weile immer weni­ger Ertrag. Der Iran, ange­schla­gen, aber unge­brochen, hat sich nicht auf Diplo­matie einge­lassen, weil er plötzlich Ver­trauen in Trumps Staats­kunst ent­deckt hätte. Er hat sich darauf einge­lassen, weil um ihn herum eine um­fassen­dere Sicher­heits­archi­tektur ent­stan­den ist, und im Zen­trum dieser Archi­tektur stand weder Paki­stans Rede­ge­wandt­heit noch Amerikas guter Wille, sondern Chinas Ge­wicht.“

PDF: Pakistan als Vermittler


Ein Mythos löst sich auf
Was sich in der Ukraine schon an­deutete, be­stätigt der Krieg gegen den Iran: Er ent­larvt die Illu­sion einer gren­zen­losen militä­ri­schen Über­legen­heit des Wes­tens. Der tech­nolo­gische Vor­sprung bleibt be­stehen, ga­rantiert je­doch nicht mehr die Durch­­halte­fähig­keit. Raketen können ihre Ziele treffen. Flug­zeuge können Ver­teidi­gungs­linien durch­brechen. Doch ohne die indu­stri­elle Kapa­zität, den Nach­schub auf­recht­zu­er­halten, zehrt jeder An­griff an der zu­künf­­tigen Ein­satz­fähig­keit. In dieser Hin­sicht ist Wa­shing­ton nicht mehr domi­nant.

PDF: Die US-israelische Zer­mür­bungs­krise


Wahlen in Ungarn
Die EU-Kommis­sion hofft, dass das unga­rische Volk am 12. April gegen Orbán stim­men wird, damit end­lich die Sank­tionen ver­schärft und Finanz­mittel für die Ukraine frei­ge­geben werden können. Sollte Orbans Gegner ge­win­nen, wird er den anti-russi­schen Kurs der Brüsse­ler Außen­politik unter­stüt­zen. Sollte er ver­lieren, werden die EU-Gran­den sich weigern, die Wahl­ergeb­­nisse anzu­er­kennen – wie schon in Bela­rus (2020) und Georgien (2024).

PDF: Kampf um Ungarn