2. März 2026

Zugzwänge

„Iran muss sein Atom­pro­gramm auf­geben und seine Akti­vitäten zur Desta­bili­sie­rung der Region ein­stellen“, for­derte Japan im UN-Sicher­heits­rat. Der Ver­treter des Iran be­tonte, der An­griff von USrael „ist nicht nur ein Akt der Ag­gres­sion, son­dern ein Kriegs­ver­brechen und ein Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit. Getreu einem be­dauer­lichen Mus­ter haben die USA ver­sucht, Tat­sachen zu ver­drehen und sich auf Fehl­infor­mati­onen zu stützen, um die offen­sicht­liche Ag­gres­sion zu recht­fertigen“. Aus­nahms­weise hat der UN-General­sekre­tär Guter­res klar Stellung be­zogen: Die USA und Israel haben diesen Krieg be­gonnen. Und natür­lich fuhr er fort, dass alle Be­tei­ligten zu Ver­hand­lungen und diplo­mati­schen Bemü­hun­gen zurück­kehren müss­ten. Auch Russ­land und China haben kein Blatt vor den Mund ge­nom­men und die Schul­digen beim Namen ge­nannt – die USA und Israel. Wen küm­mert’s? Un­term Strich ist die UNO hand­lungs­un­fähig.


Pepe Escobar ist zuver­sicht­lich, was die Ent­wick­lung der kriege­rischen Akti­vitäten in Nah­ost be­trifft: „Wir stehen mög­licher­weise gerade vor dem Be­ginn einer neuen Ord­nung in West­asien nach dem Ende der US-Präsenz, in der dieser grau­en­hafte Todes­kult [Israel] mit seinem er­bärm­lichen, in­tole­ranten Gott strate­gisch im Sumpf ver­sinken wird, seine Ab­schre­ckungs­kraft zu­nichte ge­macht, von Para­­noia zer­fressen, wäh­rend er gegen viel­fältigen asym­metri­schen Druck an­kämpft.“

PDF: Zehn Stunden, die Westasien erschütterten


Die geopolitische Perspek­tive: „Der Angriff der USA und Israels auf den Iran steht im Ein­klang mit ihrem offe­nen Hass auf die Isla­mische Repu­blik, die seit 47 Jahren das Haupt­pro­blem für ‚die größte Demo­kratie im Nahen Osten‘ und ihre Ge­treuen ist, aber er steht auch im Ein­klang mit der Dok­trin der klassi­schen Geo­­politik, wo­nach thalasso­krati­sche See­mächte das telluro­kratische Herz­land erobern wollen.“

PDF: Operation Epic Gangsta Fury


Ein kurzer, aber wichtiger Text von Michael Hudson: „Die Störungen im Handel und Finanz­wesen werden tat­säch­lich welt­weit so gravie­rend sein, dass wir meiner Meinung nach den An­griff auf den Iran am 28. Febru­ar als den eigent­lichen Aus­löser des Dritten Welt­kriegs be­trach­ten können. Für den größten Teil der Welt wird die bevor­ste­hende Finanz­krise (ganz zu schwei­gen von der mora­lischen Em­pö­rung) das näch­ste Jahr­zehnt der inter­natio­nalen politi­schen und wirt­schaft­lichen Um­struk­turie­rung prägen.“

PDF: Der Krieg USA-Iran


Trump – genauer gesagt Netan­jahu – hat ge­rade einen Krieg an meh­reren Fron­ten ausge­löst, mit An­griffen auf Israel aus vielen Rich­tungen (aus dem Iran, dem Jemen, dem Irak …), schreibt Ala­stair Crooke. Ein langer Krieg ist wahr­schein­licher als ein schnel­ler Krieg. Trump ist ein wirk­lich enga­gier­ter Unter­stützer Israels, aber er ist nur einen Katzen­sprung davon ent­fernt, seine Präsi­dent­schaft auf die­sem Felsen zu ver­senken.

PDF: Das Ende der trügerischen Trump-Diplomatie


Ein russischer Kom­men­tar: Der zio­nisti­sche Schwanz we­delt mit dem ameri­kani­schen Hund. „Von An­fang an diente die Atom­frage als Vor­wand; das eigent­liche Ziel der Gegner war die Zer­­schla­gung des politi­schen Sys­tems des Iran. Tehe­ran inter­pre­tiert dies als einen Ver­such, dem Land seine Souve­räni­tät und die Fähig­keit zu neh­men, auf der Welt­bühne un­ab­hängig zu agie­ren. Das Be­harren des Iran darauf, außer­halb der von den USA ge­führ­ten regio­nalen Sicher­heits­archi­tektur zu bleiben, ist für ver­schie­dene Regie­run­gen im Weißen Haus nach wie vor ein stän­diges Ärgernis.“

PDF: Verzweiflung, nicht Strategie, treibt die Angriffe USraels voran


Die Angriffe auf den Iran bestä­tigen, dass der UN-Sicher­heits­rat völlig un­fähig ge­wor­den ist, die not­wen­digen Maß­nah­men zur Wah­rung des Frie­dens und der inter­natio­nalen Sicher­heit zu er­greifen. Sollte sich diese Militär­aktion ohne Ergeb­nis hin­ziehen, könn­ten die Zwi­schen­wahlen für Trump kata­stro­phale Folgen haben, ver­mutet Ian Proud.

PDF: Der Mord an Khamenei wird Trumps Präsidentschaft beenden


Schatten des British Empire
Zufällig (?) bricht am Tag vor dem An­griff auf den Iran ein Grenz­krieg zwischen Paki­stan und Afgha­ni­stan aus. Das kolo­niale Erbe der Briten er­weist sich mal wieder als Spreng­satz: Paki­stan über­nahm 1947 die Gren­zen des ehe­maligen Britisch-Indiens im Nord­westen, ein­schließ­lich der Durand-Linie. Kabul hat diese je­doch nie offiziell als end­gültige inter­natio­nale Grenze an­er­­kannt. Eine russi­sche Analyse der explo­siven Ge­menge­lage.

PDF: Pakistan und Afghanistan im Krieg