„Iran muss sein Atomprogramm aufgeben und seine Aktivitäten zur Destabilisierung der Region einstellen“, forderte Japan im UN-Sicherheitsrat. Der Vertreter des Iran betonte, der Angriff von USrael „ist nicht nur ein Akt der Aggression, sondern ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Getreu einem bedauerlichen Muster haben die USA versucht, Tatsachen zu verdrehen und sich auf Fehlinformationen zu stützen, um die offensichtliche Aggression zu rechtfertigen“. Ausnahmsweise hat der UN-Generalsekretär Guterres klar Stellung bezogen: Die USA und Israel haben diesen Krieg begonnen. Und natürlich fuhr er fort, dass alle Beteiligten zu Verhandlungen und diplomatischen Bemühungen zurückkehren müssten. Auch Russland und China haben kein Blatt vor den Mund genommen und die Schuldigen beim Namen genannt – die USA und Israel. Wen kümmert’s? Unterm Strich ist die UNO handlungsunfähig.
Pepe Escobar ist zuversichtlich, was die Entwicklung der kriegerischen Aktivitäten in Nahost betrifft: „Wir stehen möglicherweise gerade vor dem Beginn einer neuen Ordnung in Westasien nach dem Ende der US-Präsenz, in der dieser grauenhafte Todeskult [Israel] mit seinem erbärmlichen, intoleranten Gott strategisch im Sumpf versinken wird, seine Abschreckungskraft zunichte gemacht, von Paranoia zerfressen, während er gegen vielfältigen asymmetrischen Druck ankämpft.“
PDF: Zehn Stunden, die Westasien erschütterten
Die geopolitische Perspektive: „Der Angriff der USA und Israels auf den Iran steht im Einklang mit ihrem offenen Hass auf die Islamische Republik, die seit 47 Jahren das Hauptproblem für ‚die größte Demokratie im Nahen Osten‘ und ihre Getreuen ist, aber er steht auch im Einklang mit der Doktrin der klassischen Geopolitik, wonach thalassokratische Seemächte das tellurokratische Herzland erobern wollen.“
PDF: Operation Epic Gangsta Fury
Ein kurzer, aber wichtiger Text von Michael Hudson: „Die Störungen im Handel und Finanzwesen werden tatsächlich weltweit so gravierend sein, dass wir meiner Meinung nach den Angriff auf den Iran am 28. Februar als den eigentlichen Auslöser des Dritten Weltkriegs betrachten können. Für den größten Teil der Welt wird die bevorstehende Finanzkrise (ganz zu schweigen von der moralischen Empörung) das nächste Jahrzehnt der internationalen politischen und wirtschaftlichen Umstrukturierung prägen.“
PDF: Der Krieg USA-Iran
Trump – genauer gesagt Netanjahu – hat gerade einen Krieg an mehreren Fronten ausgelöst, mit Angriffen auf Israel aus vielen Richtungen (aus dem Iran, dem Jemen, dem Irak …), schreibt Alastair Crooke. Ein langer Krieg ist wahrscheinlicher als ein schneller Krieg. Trump ist ein wirklich engagierter Unterstützer Israels, aber er ist nur einen Katzensprung davon entfernt, seine Präsidentschaft auf diesem Felsen zu versenken.
PDF: Das Ende der trügerischen Trump-Diplomatie
Ein russischer Kommentar: Der zionistische Schwanz wedelt mit dem amerikanischen Hund. „Von Anfang an diente die Atomfrage als Vorwand; das eigentliche Ziel der Gegner war die Zerschlagung des politischen Systems des Iran. Teheran interpretiert dies als einen Versuch, dem Land seine Souveränität und die Fähigkeit zu nehmen, auf der Weltbühne unabhängig zu agieren. Das Beharren des Iran darauf, außerhalb der von den USA geführten regionalen Sicherheitsarchitektur zu bleiben, ist für verschiedene Regierungen im Weißen Haus nach wie vor ein ständiges Ärgernis.“
PDF: Verzweiflung, nicht Strategie, treibt die Angriffe USraels voran
Die Angriffe auf den Iran bestätigen, dass der UN-Sicherheitsrat völlig unfähig geworden ist, die notwendigen Maßnahmen zur Wahrung des Friedens und der internationalen Sicherheit zu ergreifen. Sollte sich diese Militäraktion ohne Ergebnis hinziehen, könnten die Zwischenwahlen für Trump katastrophale Folgen haben, vermutet Ian Proud.
PDF: Der Mord an Khamenei wird Trumps Präsidentschaft beenden
Schatten des British Empire
Zufällig (?) bricht am Tag vor dem Angriff auf den Iran ein Grenzkrieg zwischen Pakistan und Afghanistan aus. Das koloniale Erbe der Briten erweist sich mal wieder als Sprengsatz: Pakistan übernahm 1947 die Grenzen des ehemaligen Britisch-Indiens im Nordwesten, einschließlich der Durand-Linie. Kabul hat diese jedoch nie offiziell als endgültige internationale Grenze anerkannt. Eine russische Analyse der explosiven Gemengelage.