16. Februar 2026

Unsicherheitskonferenz

„Wie so häufig, ist nicht alles falsch, was Merz sagt. Aber auch Nicht­fal­sches klingt bei Merz nicht­richtig, da er im näch­sten Augen­blick rela­tiviert, bevor er dann genau das Gegen­teil des Ge­sag­ten tut.“ So kom­men­tier­te die Tages­schau des Kanz­lers SiKo-Rede. Der Iran stellte hin­gegen fest, dass die Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz zum Zirkus ver­kom­men ist: Die Organi­sato­ren zo­gen ihre Ein­ladun­gen an die Isla­mische Re­publik zu­rück, er­laub­ten jedoch dem exi­lier­ten Schah-Spröss­ling die Teil­nahme. Pahlavi nutzte die Gele­gen­heit, um den Wes­ten zu einem Regime­wechsel im Iran auf­zu­rufen, an einer Kund­ge­bung teil­zu­neh­men und Reuters ein Inter­view zu geben, in dem er die USA dazu drängte, sein Land zu bom­bar­die­ren anstatt Ge­spräche zu führen.

Der Vor­sitzen­de der Kon­fe­renz, Wolf­gang Ischin­ger, fasste am Ende die SiKo zusammen, indem er das Spek­trum der Mei­nun­gen zum Zu­stand des inter­natio­nalen Systems hervor­hob: Einige er­klären es – wie Merz – be­reits für ge­schei­tert. Andere for­dern eine „Erneu­erung und Wieder­her­stellung“, so der US-Außen­mini­ster, äußern aber gleich­zeitig Zweifel an den gemein­samen west­lichen Werten und dem Zu­sam­men­halt. Kurz – ein Nothingburger.

„Davos mit Waffen“
Alle Jahre wieder findet die Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz statt. Die­ses Jahr schei­nen die Ver­an­stalter auf dem Boden der Rea­li­tät an­ge­kom­men zu sein: „Die Welt ist in eine Phase der Ab­riss­bir­nen­politik ein­ge­treten.“ Auch schön – kaum fängt der Wes­ten an zu ver­lieren, kriti­siert er die Ge­walt. Neu ist, dass die Ge­setz­losig­keit des US-Impe­rialis­mus nun trans­pa­rent ge­wor­den ist und nicht mehr mit Vor­wän­den wie „Ver­teidi­gung der Demo­kratie und der freien Welt“ und anderen Täu­­schun­­gen ge­tarnt wird. Neu ist auch, dass west­liche Ver­bün­dete eben­falls be­droht sind, da die USA ver­suchen, ihre schwin­dende glo­bale Macht zu stützen.

PDF: SiKo und der US-Elefant im Raum

Rubios Rede
JD Vance schwang 2025 die Peitsche, Marco Rubio ver­ab­reicht 2026 Zucker­brot. Europa soll als ge­hor­samer US-Vasall tüch­tig auf­rüsten und dem US-Im­peri­alis­mus gegen den Rest der Welt assis­tieren. Das Feind­bild Sow­jet­union – Kom­mu­nis­mus – Russ­land wird re­ani­miert, der Eiserne Vor­hang bleibt. Und die USA halten fest an Vor­herr­schaft und Kon­trol­lwahn: „Was wir wollen, ist eine wieder­be­lebte Allianz“, sagte Rubio, „eine Allianz, die es nicht zu­lässt, dass ihre Macht aus­ge­lagert, einge­schränkt oder Sys­temen unter­ge­ord­net wird, die sich ihrer Kon­­trolle ent­ziehen.“ Eine Zu­sam­men­fas­sung aus der Epoch Times.

PDF: Rubio: USA und Europa gehören zusammen

Die vollständige Rede von Marco Rubio im Wortlaut. O-Ton: „Wenn wir auf diese Weise ge­mein­sam handeln, werden wir nicht nur dazu bei­tragen, eine ver­nünf­tige Außen­politik wieder­her­zu­stellen. Es wird uns auch ein klare­res Selbst­ver­ständ­nis zu­rück­geben. Es wird uns unseren Platz in der Welt zu­rück­geben und damit die Kräfte der zivili­sato­rischen Aus­löschung zurecht­weisen und ab­schrecken, die heute sowohl Amerika als auch Europa be­drohen.“ Mit anderen Worten: Weg mit Globalisten, BRICS und allen multipolaren Ambitionen!

PDF: Rubio-Rede SiKo 2026


Erinnerung an Dresden
Der Welt wurde eine Ge­schichte von Not­wen­dig­keit er­zählt, von „Kolla­­teral­schä­den“ im Streben nach Frieden, aber hinter der Fas­sade der Kriegs­rhetorik und Nach­kriegs­­pro­pa­ganda offen­bart sich die grau­same Realität: Dresden war nicht nur ein Kriegs­opfer, son­dern das Opfer eines vor­sätz­­lichen Massen­mordes. Die­ses Er­eignis mar­kierte einen Wende­punkt, an dem die Ge­rech­tig­keit der Sieger in Rache über­ging und einen Präze­denz­fall für die Zer­stö­rung kultu­­reller Wahr­zeichen unter dem Deck­mantel der „Be­freiung“ schuf.

PDF: Dresden, AfD und Finis Germania


Frieden durch Pleite?
Die Realität, wer den Ukraine-Krieg ge­winnt oder nicht ge­winnt, hängt nicht von einer Front­linie ab, die sich lang­sam ver­ändert. Kriege werden von Volks­wirt­schaf­ten ge­won­nen, nicht von Armeen. Die west­lichen Ex­perten, die Ihnen auch er­zählen, dass Russ­land mor­gen kein Geld mehr haben wird – was wirk­lich nicht der Fall ist –, sprechen nie da­rüber, dass die Ukraine fak­tisch bank­rott und voll­ständig von Finanz­hilfen ab­hängig ist, für die Europa sich selbst verschulden muss. Die Euro­päer wissen, dass sie sich den Krieg nicht leisten können. Die Ukraine kann sich den Krieg absolut nicht leisten, auch wenn Se­lensky sich da­rüber freut, dass weiter­hin Geld fließt. Putin weiß, dass sich die Euro­päer und die Ukraine den Krieg nicht leisten können.

PDF: West-Politiker akzeptieren ihr Ukraine-Versagen nicht


Schlechte Karten für das Imperium des Chaos
Dank Chinas Unter­stüt­zung „weiß der Iran nicht nur, wo sich die U-Boote der US-Marine be­finden, son­dern kann auch deren Kom­muni­kation ab­fangen. Jeder er­innert sich daran, wie chine­sische Satel­liten im Mai 2025 den paki­stani­schen Streit­kräften einen ab­solut ent­schei­den­den Vor­teil auf dem Schlacht­feld gegen­über Indien ver­schafft haben. Zu­sam­men­fas­send lässt sich sagen, dass ein Über­raschungs­an­griff durch die „mas­sive Ar­mada” des Neo-Caligula nun aus­ge­schlos­sen ist. Das mag für jeden in Wa­shing­ton mit einem IQ über Raum­­tem­pera­tur selbst­ver­ständ­lich sein. Aber sicher­lich nicht für die Kriegs­treiber, die sich in diesem Todes­kult in West­asien drän­gen.” Pepe Esco­bar nennt auch den Grund für Chinas Enga­ge­ment: Teheran zu de­stabi­lisie­ren bedeutet, Chinas Energie- und Handels­politik ernst­haft zu desta­­bili­sieren und die BRICS-Staaten von innen heraus zu sprengen.

PDF: Strategische Partnerschaft von Iran und China


An der Ziellinie des KI-Wettlaufs
Brian Berletic be­schreibt die gegen­sätz­lichen Ziele Ameri­kas und Chinas: Die USA haben sowohl in Worten als auch in Taten gezeigt, dass sie KI als Mittel zur Stär­kung ihres bereits bekun­deten Wunsches nach Vor­herr­schaft über den Pla­neten ein­setzen – ein Wunsch, der Wohl­stand für alle eher als Hinder­nis denn als Ziel be­trach­tet. China hat sich be­reits zu einem natio­nalen und glo­balen Mo­dell des Wohl­stands be­kannt und nutzt KI konkret, um dieses Modell zu ver­bessern – so sehr, dass die USA den von China voran­ge­trie­be­­nen Wohlstand offen als „Über­kapa­zität” be­zeich­net haben, die es zu be­seiti­gen gilt. Welche Welt wollen wir?

PDF: Eine Welt des Überflusses oder der automatisierten Vorherrschaft?


Die Frachthauptstadt der Welt
„Die südwestchine­sische Metro­pole Chong­qing in Sichuan ist eine Klasse für sich, wenn es um Mega­städte geht. An der Kreu­zung zweier Flüsse – einer davon der mäch­tige Jang­tse –, um­geben von Bergen und sogar auf ihnen thro­nend, be­her­bergt die Metro­pol­region min­des­tens 32 Milli­onen Men­schen – Ten­denz steigend. Sie ist ein indu­stri­elles, wissen­schaft­liches und ver­kehrs­tech­nisches Zen­trum, elek­trisie­rend, dyna­misch, gastro­no­misch heiß und zeigt stets ernst­hafte Metho­dik in­mitten eines schein­bar un­über­schau­baren Chaos.“ Pepe Esco­bar hat einen leb­haften Reise­bericht verfasst.

PDF: Chongqing treibt China an


Die USA müssen eine ange­messe­nere Posi­tion ein­nehmen
Ein Interview mit Sergej Kara­ga­now über nukleare Eska­lation, den Nieder­gang der USA, die Krise Euro­pas und die Suche nach einem post­kapita­listi­schen Mo­dell einer sozi­alen Wirt­schaft: „Den USA wurde – ver­sehent­lich – eine histo­rische Chance ge­boten, nach­dem die Sowjets Hitler be­siegt hatten. Der eigent­liche „Ge­winner” waren am Ende des Zwei­ten Welt­kriegs die USA, weil sie sich be­reicher­ten und nicht viele Menschen ver­loren. Sie gingen viel stär­ker als alle ande­ren aus dem Krieg her­vor und stie­gen über mehrere Jahr­zehnte auf. Und nach dem Zu­sam­men­bruch der Sowjet­union wurden sie zur Welt­macht. Aber das war eine Ano­malie. Ich denke, dass die USA in die Posi­tion einer nor­malen Groß­macht ge­drängt werden sollten – um eine der „vier Groß­mächte“ in der zu­künftigen Kon­stella­tion zu werden, was der Welt helfen sollte, fried­licher zu leben. Aber das wird Zeit brauchen, vielleicht etwa 15 Jahre.“

PDF: Das Vergessen vermeiden und die Menschheit rehabilitieren


Zum heiteren Ausklang – noch eine Rede
Das Hamburger Thalia-Theater ver­anstal­tete einen mehr­tägi­gen Schau­pro­zess unter dem Namen „Pro­zess gegen Deutsch­land“ – es ging um eine thea­tralisch insze­nierte Ge­richts­ver­hand­lung zum Ver­bot der AfD. Meister Marten­stein wies die ver­strahl­ten Rächz-Be­kämp­fer auf ihr fehlen­des Diffe­ren­zie­rungs­ver­mö­gen hin und be­nannte ihre tat­säch­liche Ab­sicht – das Ver­bot der Oppo­sition wie zu Nazi-Zeiten:

„Auch Angela Merkel wurde schon mit den Nazis ver­glichen von Hugo Chavez, auch Peer Stein­­brück von irgend­welchen Schwei­zern. Sie wissen, dass es zwi­schen Hein­rich Himm­ler und Alice Weidel schon ein paar Unter­schie­de gibt. Eine offen mit einer Anders­rassi­gen ver­ban­delte Lesbe wie Alice Weidel wäre bei den Nazis ja im KZ ge­landet. Wer alle Rech­ten Nazis nennt, nur weil sie keine Linken sind, ist wirklich ein histo­rischer An­alpha­bet. Aber das wäre ver­zeih­lich. Un­bil­dung ist ja kein Ver­brechen. Ihnen werfe ich vor, dass Sie wissen, was Sie tun. Sie wissen, dass Sie nicht das Vierte Reich ver­hindern, son­dern dass Sie ledig­lich ihre politi­sche Kon­kur­renz aus­schal­ten möch­ten.“

PDF: Martensteins Demokratie-Brandrede