„Wie so häufig, ist nicht alles falsch, was Merz sagt. Aber auch Nichtfalsches klingt bei Merz nichtrichtig, da er im nächsten Augenblick relativiert, bevor er dann genau das Gegenteil des Gesagten tut.“ So kommentierte die Tagesschau des Kanzlers SiKo-Rede. Der Iran stellte hingegen fest, dass die Münchner Sicherheitskonferenz zum Zirkus verkommen ist: Die Organisatoren zogen ihre Einladungen an die Islamische Republik zurück, erlaubten jedoch dem exilierten Schah-Sprössling die Teilnahme. Pahlavi nutzte die Gelegenheit, um den Westen zu einem Regimewechsel im Iran aufzurufen, an einer Kundgebung teilzunehmen und Reuters ein Interview zu geben, in dem er die USA dazu drängte, sein Land zu bombardieren anstatt Gespräche zu führen.
Der Vorsitzende der Konferenz, Wolfgang Ischinger, fasste am Ende die SiKo zusammen, indem er das Spektrum der Meinungen zum Zustand des internationalen Systems hervorhob: Einige erklären es – wie Merz – bereits für gescheitert. Andere fordern eine „Erneuerung und Wiederherstellung“, so der US-Außenminister, äußern aber gleichzeitig Zweifel an den gemeinsamen westlichen Werten und dem Zusammenhalt. Kurz – ein Nothingburger.
„Davos mit Waffen“
Alle Jahre wieder findet die Münchner Sicherheitskonferenz statt. Dieses Jahr scheinen die Veranstalter auf dem Boden der Realität angekommen zu sein: „Die Welt ist in eine Phase der Abrissbirnenpolitik eingetreten.“ Auch schön – kaum fängt der Westen an zu verlieren, kritisiert er die Gewalt. Neu ist, dass die Gesetzlosigkeit des US-Imperialismus nun transparent geworden ist und nicht mehr mit Vorwänden wie „Verteidigung der Demokratie und der freien Welt“ und anderen Täuschungen getarnt wird. Neu ist auch, dass westliche Verbündete ebenfalls bedroht sind, da die USA versuchen, ihre schwindende globale Macht zu stützen.
PDF: SiKo und der US-Elefant im Raum
Rubios Rede
JD Vance schwang 2025 die Peitsche, Marco Rubio verabreicht 2026 Zuckerbrot. Europa soll als gehorsamer US-Vasall tüchtig aufrüsten und dem US-Imperialismus gegen den Rest der Welt assistieren. Das Feindbild Sowjetunion – Kommunismus – Russland wird reanimiert, der Eiserne Vorhang bleibt. Und die USA halten fest an Vorherrschaft und Kontrollwahn: „Was wir wollen, ist eine wiederbelebte Allianz“, sagte Rubio, „eine Allianz, die es nicht zulässt, dass ihre Macht ausgelagert, eingeschränkt oder Systemen untergeordnet wird, die sich ihrer Kontrolle entziehen.“ Eine Zusammenfassung aus der Epoch Times.
PDF: Rubio: USA und Europa gehören zusammen
Die vollständige Rede von Marco Rubio im Wortlaut. O-Ton: „Wenn wir auf diese Weise gemeinsam handeln, werden wir nicht nur dazu beitragen, eine vernünftige Außenpolitik wiederherzustellen. Es wird uns auch ein klareres Selbstverständnis zurückgeben. Es wird uns unseren Platz in der Welt zurückgeben und damit die Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung zurechtweisen und abschrecken, die heute sowohl Amerika als auch Europa bedrohen.“ Mit anderen Worten: Weg mit Globalisten, BRICS und allen multipolaren Ambitionen!
PDF: Rubio-Rede SiKo 2026
Erinnerung an Dresden
Der Welt wurde eine Geschichte von Notwendigkeit erzählt, von „Kollateralschäden“ im Streben nach Frieden, aber hinter der Fassade der Kriegsrhetorik und Nachkriegspropaganda offenbart sich die grausame Realität: Dresden war nicht nur ein Kriegsopfer, sondern das Opfer eines vorsätzlichen Massenmordes. Dieses Ereignis markierte einen Wendepunkt, an dem die Gerechtigkeit der Sieger in Rache überging und einen Präzedenzfall für die Zerstörung kultureller Wahrzeichen unter dem Deckmantel der „Befreiung“ schuf.
PDF: Dresden, AfD und Finis Germania
Frieden durch Pleite?
Die Realität, wer den Ukraine-Krieg gewinnt oder nicht gewinnt, hängt nicht von einer Frontlinie ab, die sich langsam verändert. Kriege werden von Volkswirtschaften gewonnen, nicht von Armeen. Die westlichen Experten, die Ihnen auch erzählen, dass Russland morgen kein Geld mehr haben wird – was wirklich nicht der Fall ist –, sprechen nie darüber, dass die Ukraine faktisch bankrott und vollständig von Finanzhilfen abhängig ist, für die Europa sich selbst verschulden muss. Die Europäer wissen, dass sie sich den Krieg nicht leisten können. Die Ukraine kann sich den Krieg absolut nicht leisten, auch wenn Selensky sich darüber freut, dass weiterhin Geld fließt. Putin weiß, dass sich die Europäer und die Ukraine den Krieg nicht leisten können.
PDF: West-Politiker akzeptieren ihr Ukraine-Versagen nicht
Schlechte Karten für das Imperium des Chaos
Dank Chinas Unterstützung „weiß der Iran nicht nur, wo sich die U-Boote der US-Marine befinden, sondern kann auch deren Kommunikation abfangen. Jeder erinnert sich daran, wie chinesische Satelliten im Mai 2025 den pakistanischen Streitkräften einen absolut entscheidenden Vorteil auf dem Schlachtfeld gegenüber Indien verschafft haben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Überraschungsangriff durch die „massive Armada” des Neo-Caligula nun ausgeschlossen ist. Das mag für jeden in Washington mit einem IQ über Raumtemperatur selbstverständlich sein. Aber sicherlich nicht für die Kriegstreiber, die sich in diesem Todeskult in Westasien drängen.” Pepe Escobar nennt auch den Grund für Chinas Engagement: Teheran zu destabilisieren bedeutet, Chinas Energie- und Handelspolitik ernsthaft zu destabilisieren und die BRICS-Staaten von innen heraus zu sprengen.
PDF: Strategische Partnerschaft von Iran und China
An der Ziellinie des KI-Wettlaufs
Brian Berletic beschreibt die gegensätzlichen Ziele Amerikas und Chinas: Die USA haben sowohl in Worten als auch in Taten gezeigt, dass sie KI als Mittel zur Stärkung ihres bereits bekundeten Wunsches nach Vorherrschaft über den Planeten einsetzen – ein Wunsch, der Wohlstand für alle eher als Hindernis denn als Ziel betrachtet. China hat sich bereits zu einem nationalen und globalen Modell des Wohlstands bekannt und nutzt KI konkret, um dieses Modell zu verbessern – so sehr, dass die USA den von China vorangetriebenen Wohlstand offen als „Überkapazität” bezeichnet haben, die es zu beseitigen gilt. Welche Welt wollen wir?
PDF: Eine Welt des Überflusses oder der automatisierten Vorherrschaft?
Die Frachthauptstadt der Welt
„Die südwestchinesische Metropole Chongqing in Sichuan ist eine Klasse für sich, wenn es um Megastädte geht. An der Kreuzung zweier Flüsse – einer davon der mächtige Jangtse –, umgeben von Bergen und sogar auf ihnen thronend, beherbergt die Metropolregion mindestens 32 Millionen Menschen – Tendenz steigend. Sie ist ein industrielles, wissenschaftliches und verkehrstechnisches Zentrum, elektrisierend, dynamisch, gastronomisch heiß und zeigt stets ernsthafte Methodik inmitten eines scheinbar unüberschaubaren Chaos.“ Pepe Escobar hat einen lebhaften Reisebericht verfasst.
PDF: Chongqing treibt China an
Die USA müssen eine angemessenere Position einnehmen
Ein Interview mit Sergej Karaganow über nukleare Eskalation, den Niedergang der USA, die Krise Europas und die Suche nach einem postkapitalistischen Modell einer sozialen Wirtschaft: „Den USA wurde – versehentlich – eine historische Chance geboten, nachdem die Sowjets Hitler besiegt hatten. Der eigentliche „Gewinner” waren am Ende des Zweiten Weltkriegs die USA, weil sie sich bereicherten und nicht viele Menschen verloren. Sie gingen viel stärker als alle anderen aus dem Krieg hervor und stiegen über mehrere Jahrzehnte auf. Und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie zur Weltmacht. Aber das war eine Anomalie. Ich denke, dass die USA in die Position einer normalen Großmacht gedrängt werden sollten – um eine der „vier Großmächte“ in der zukünftigen Konstellation zu werden, was der Welt helfen sollte, friedlicher zu leben. Aber das wird Zeit brauchen, vielleicht etwa 15 Jahre.“
PDF: Das Vergessen vermeiden und die Menschheit rehabilitieren
Zum heiteren Ausklang – noch eine Rede
Das Hamburger Thalia-Theater veranstaltete einen mehrtägigen Schauprozess unter dem Namen „Prozess gegen Deutschland“ – es ging um eine theatralisch inszenierte Gerichtsverhandlung zum Verbot der AfD. Meister Martenstein wies die verstrahlten Rächz-Bekämpfer auf ihr fehlendes Differenzierungsvermögen hin und benannte ihre tatsächliche Absicht – das Verbot der Opposition wie zu Nazi-Zeiten:
„Auch Angela Merkel wurde schon mit den Nazis verglichen von Hugo Chavez, auch Peer Steinbrück von irgendwelchen Schweizern. Sie wissen, dass es zwischen Heinrich Himmler und Alice Weidel schon ein paar Unterschiede gibt. Eine offen mit einer Andersrassigen verbandelte Lesbe wie Alice Weidel wäre bei den Nazis ja im KZ gelandet. Wer alle Rechten Nazis nennt, nur weil sie keine Linken sind, ist wirklich ein historischer Analphabet. Aber das wäre verzeihlich. Unbildung ist ja kein Verbrechen. Ihnen werfe ich vor, dass Sie wissen, was Sie tun. Sie wissen, dass Sie nicht das Vierte Reich verhindern, sondern dass Sie lediglich ihre politische Konkurrenz ausschalten möchten.“