Amerika bleibt sich treu – am 3. Januar 2020 wurde der iranische General Soleimani auf Befehl Trumps vermittels Drohne in Bagdad ermordet. Am 3. Januar 2026 lässt Trump den venezolanischen Präsidenten nebst Gattin von Delta Forces entführen und nach New York schaffen, wo er wegen Drogenhandel vor ein Gericht gestellt werden soll. Warum steht da nie ein CIA-Mitarbeiter? Offensichtlich eskalieren die USA ihren Machtkampf um globale Vorherrschaft weiter, auch wenn sie das unter dem Label „Sicherung der Einflusssphären“ vermarkten.
Ein erster Kommentar zur Trump-Intervention in Venezuela: Die Lage ist unklar, ein interner Staatsstreich und ein ausgehandelter Rücktritt gehören zu den Möglichkeiten. Trump hat inzwischen angekündigt, dass die USA an der Entscheidung darüber beteiligt sein werden, wer in dem ölreichen südamerikanischen Land regiert: „Wir können nicht riskieren, dass jemand anderes an die Macht kommt und einfach dort weitermacht, wo [Maduro] aufgehört hat“, sagte er am 3. Januar in einem Interview mit Fox News. „Deshalb treffen wir diese Entscheidung jetzt.“
Unruhen im Iran?
US-Strategiepapiere, die sich auf den Sturz und die Zerstörung des Iran konzentrieren, listen eine Reihe von Optionen auf, darunter Sanktionen, Farbrevolutionen, Terrorismus, Stellvertreterkriege unter Einsatz Israels und offene Kriege der USA – alles Optionen, die die USA inzwischen wiederholt genutzt haben und auch weiterhin nutzen werden. Brian Berletic geht davon aus, dass die Unruhen im Iran mit all diesen anderen Optionen kombiniert werden, einschließlich Terrorismus und mit ziemlicher Sicherheit zusätzlichen militärischen Aggressionen durch Stellvertreter und direkt, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Doch der Iran ist eine harte Nuss:
„Für externe Analysten ist es verlockend, die Proteste als Vorboten einer vollständigen Destabilisierung zu interpretieren. Doch das plausibelste Szenario ist eine Erosion der moderaten Regierung Pezeshkian, gefolgt von einem möglichen Aufstieg einer Führung, die sich stärker an den ursprünglichen revolutionären Prinzipien der Islamischen Republik orientiert. In diesem Zusammenhang ist eine interne Machtverschiebung weitaus wahrscheinlicher als die Auflösung der Institutionen des Landes.“
PDF: Proteste im Iran
Regimechange ist für die Iraner nichts Neues …
PDF: Die vergessene Geschichte von BP und Iran
Ein schreckliches Jahr
Eine Jahresend-Bestandsaufnahme von Pepe Escobar: 2025 zeigte uns den moralischen Kollaps der westlichen „Zivilisation“. Die regelbasierte Ordnung ist als Organisationsprinzip zerbrochen, auch wenn sie noch als Apparat fortbesteht. Fazit: „So viel zu tun, so wenig Zeit. Möge 2026 das Jahr der Wiedergeburt der Vorsokratiker werden. Und auch das Jahr der Wiedergeburt des Coolen: Reflexion, Selbstbeobachtung, Stille, die Suche nach innerem Gleichgewicht und, wenn Musik gebraucht wird, eine Umgebung, physisch und mental, die dem japanischen Jazz-Kissa-Ethos entspricht.“
PDF: Annus horribilis
Wird’s 2026 besser?
Auf jeden Fall anders. 2026 wird die Zerstörung der alten Weltordnung auf der Agenda stehen. Der Kampf um natürliche Ressourcen wird sich verschärfen. Außerdem warten neue Herausforderungen auf uns: unter anderem die Auswirkungen der KI auf die Entwicklung neuer Waffentypen sowie auf den Arbeitsmarkt.
PDF: Was können wir vom Jahr des Feuerpferdes erwarten?
Wer war’s? CIA oder MI-6?
Der Friedensprozess sei jetzt nur noch nach der vollständigen Entwaffnung der ukrainischen Streitkräfte und einem Machtwechsel in der Ukraine möglich, erklärte Sergej Lawrow nach der Drohnen-Attacke auf Putins Residenz in Nowgorod. Einfach ausgedrückt: Es ist Zeit, dass Selensky geht. Oder gegangen wird.
PDF: Die 91 Drohnen der Dummheit
„US-Präsident Trump redet viel davon, Frieden mit Russland zu wollen, während er Venezuela in die Luft jagt, den Völkermord in Gaza unterstützt und mit der Vernichtung des Iran droht. Die Geheimdienste, Dollars und Waffen seines Landes ermorden russische Familien. Wenn der Westen Frieden in der Ukraine will, kann er das erreichen, indem er sofort die Waffen- und Geheimdienstlieferungen an das neonazistische Terrorregime einstellt. Bis dahin behält sich Russland das Recht vor, die Kriegsmaschinerie der NATO zu zerstören.“
PDF: Putin und Neujahrsfeierlichkeiten im Visier
Merkur Steinbock lässt grüßen
„Der Westen ignoriert eine unvermeidbare strukturelle Realität: Es wird keine Einigung geben, solange ukrainische Truppen in Donezk, Luhansk, Saporoschje und Kherson stationiert sind – Regionen, die ebenso wie Moskau oder Sankt Petersburg Teil der Verfassung der Russischen Föderation sind.“
PDF: Stille Fortschritte auf dem Schlachtfeld
Das Treiben der zionistischen Entität
Israel ist ein Anachronismus, der nicht in die neue Weltordnung passt. Es stiftet jetzt zusammen mit den VAE alttestamentarischen Unfrieden am Horn von Afrika. Das abtrünnige „Somaliland“ akzeptiert die Umsiedlung von Palästinensern für die Anerkennung durch Israel: Laut Informationen des somalischen Geheimdienstes hat Somaliland im Gegenzug für eine Anerkennung drei Bedingungen Israels akzeptiert. Dazu zählt unter anderem die Zwangsumsiedlung von Palästinensern in die abtrünnige Region Somalias.
PDF: Israels neue Sollbruchstelle Somaliland
So wird das nichts mit dem Osmanischen Reich
Erdogans Versuch, sich zwischen Ost und West zu positionieren, bricht unter dem Gewicht der Pläne von USrael zusammen, wobei Syrien erneut zum entscheidenden Schlachtfeld wird. Die gespaltene türkische Öffentlichkeit interpretiert seine Gaza-Rhetorik auf zwei Arten: als echte islamische Führungsstärke oder als eigennütziges Theater. Sein Zickzackkurs – in einem Monat Israel scharf kritisieren, im nächsten Monat den Handel aufrechterhalten – offenbart eine tiefere Logik: Erdogan sucht immer nach Bestätigung aus Washington.
PDF: Erdogans Pendel
Geld regiert die Welt
„Für die Systemstabilität ist der Staat als permanenter Schuldner das Fundament, auf dem alles andere aufgebaut ist. Und wir als Bürger bürgen mit unseren Steuern für eine pünktliche Bezahlung der Zinsen – wir sind das human collateral, das menschliche Pfand.“