6. Dezember 2025

Macht im Wandel

Multipolarität ist zu einem Schlag­wort unse­rer Zeit ge­worden. Doch was als Heil­mittel gegen die west­lich domi­nierte Uni­pola­rität gilt, ver­spricht nicht unbe­dingt eine Welt mit einem stabi­len Gleich­ge­wicht zwischen gleich­be­rech­tigten Ak­teuren. Macht ver­schwin­det nicht, sie wird nur um­verteilt. Der Begriff der darwi­nisti­schen Multi­pola­rität be­schreibt eine Welt, in der Macht durch Wett­be­werb, Selek­tion und An­passung ent­steht und nicht etwa durch juristische For­meln oder diplo­matische Etikette.

LINK: Die schwierige Entstehung der darwinistischen Multipolarität

Prof. John Mearshei­mer er­läutert, wie und warum die Monroe-Doktrin (Latein­amerika ist und bleibt der US-Hinter­hof und der Rest der Welt hat sich fern­zu­halten) bereits 2008 laut­los ver­starb. Da­mals legten russische Kriegs­schiffe – erst­mals nach dem Kalten Krieg – in Vene­zuela an. Beide Nationen hielten gemein­same Manöver ab. Aber: „Der Tag, an dem russi­sche Schiffe in vene­zola­nische Ge­wässer ein­fuhren, war nicht nur ein Manöver der Marine. Es war ein stilles Urteil über eine Doktrin, die ihre ab­schrecken­de Wirkung ver­loren hatte.“ Dieser Bei­trag zeigt die ersten Risse in der uni­polaren Welt, die nicht in Europa, son­dern in der Karibik auf­traten.

PDF: Der Beginn der Multipolarität


Ändert sich irgendetwas?
Nach fast vier Jahren Sieges­ge­trom­mel für die Ukraine muss selbst The Daily Tele­graph zu­geben, dass Russ­land ge­winnt und als Sieger seine Be­din­gun­gen dik­tieren wird: „Die euro­päi­schen Regie­rungs­chefs können nach Be­lieben ver­schie­dene alter­native Friedens­pläne for­mulie­ren, aber die ein­zige Stimme, die zählt, ist die von Putin.“

Ergänzend dazu gibt es eine neue natio­nale Sicher­heits­strate­gie der USA, die sich von der Kriegs­trei­berei und einer NATO-Ost­er­weite­rung ver­ab­schie­det. Klingt auf den ersten Blick völlig dubios, aber da sich die Euro­päer bereits auf­regen, scheint etwas dran zu sein. Sputnik hat vor­sichts­hal­ber Brian Berletic um eine erste Ein­schät­zung der neuen Strate­gie gebe­ten. Die Quint­essenz: „Die skiz­zierte Strate­gie zielt ledig­lich darauf ab, den Stell­ver­treter­krieg mit Russ­land – ange­sichts der der­zeitigen schlech­ten Lage für die USA und ihre Stell­ver­treter – so lange aus­zu­setzen, bis die USA wieder im Vorteil sind, so wie es bei ihrem Stell­ver­treter­krieg in Syrien der Fall war, den sie Ende letzten Jahres schließ­lich erfolg­reich ge­won­nen haben.“

PDF: Die neue Sicherheitsstrategie der USA


Erneue­rung durch Realis­mus oder Nieder­gang durch Verleugnung
Die Hysterie Europas gegen­über Russ­land ist die letzte Phase der ge­schei­ter­ten Welt­an­­schau­­ung eines Konti­nents, dessen Eliten das Kräfte­ver­hältnis falsch ein­ge­schätzt, den Glo­balen Süden ent­frem­det, ihre eigene wirt­schaft­liche Basis ge­opfert und sich an die strate­gischen Schwan­­kun­gen der USA ge­bun­den haben. Da das Schick­sal der Ukraine un­über­seh­bar wird und der glo­bale Ein­fluss Europas weiter schwin­det, steht die EU vor einer schwie­rigen Ent­schei­dung – Erneue­rung durch Realis­mus oder Nieder­gang durch Verleugnung. Alles in ihrer aktuellen Entwicklung deutet darauf hin, dass sie sich bereits für Letzteres entschieden hat.

PDF: Europas Hysterie und strategischer Zerfall


Ukraines Potsdam
Die europä­ischen Staats­chefs sind in Panik. Sie bemü­hen sich ver­zweifelt darum, Selen­sky das gleiche Mit­sprache­recht wie dem russi­­schen Präsi­den­ten Putin einzu­räumen. Doch Moskau wird das Sagen haben, wenn dieser Krieg end­lich zu Ende ist. Wie in Pots­dam am Ende des Zweiten Welt­kriegs be­steht der einzige Weg nach vorne nun darin, die Bedin­gun­gen der Nieder­lage aus­zuarbeiten.

PDF: Wie eine Niederlage aussieht


„Reparationskredit“
Der russische Präsi­dent Wladi­mir Putin hat davor ge­warnt, dass jede Be­schlag­nahmung russi­scher Ver­mögens­werte durch die EU-Führung – un­ab­hängig von der finan­ziellen Rhetorik – von Moskau als Dieb­stahl von Staats­ver­mögen an­gese­hen wird. Russ­land hat ange­kündigt, mit recht­lichen Schrit­ten im Rah­men be­stehen­der Ver­träge ent­schlos­sen vorzu­gehen, um Entschä­digun­gen zu er­wirken. Genau das be­fürch­tet Belgien und des­wegen wehrt es sich gegen von der Leyens Kredit-Repa­rations­­pro­­gramm.

PDF: Der Diebstahl russischer Gelder bindet die EU an ein sinkendes Schiff


EU-Bellizisten im Tiefflug
„Die etablier­ten politi­schen Führer Europas lehnen die Idee, den sinn­losen Krieg in der Ukraine zu einem drin­gend not­wendi­gen Ende zu bringen, weiter­hin un­er­bittlich ab. Dafür werden sie in den kom­men­den Jahren bei den Wahlen den Preis zahlen müssen, da die hohen Kriegs­aus­gaben ihre Legi­timität im eigenen Land unter­graben. Das ist umso be­drücken­der, als es völlig vor­her­seh­bar war.“

PDF: Verschuldet sich die EU für den Ukraine-Erhalt?


Es ist was faul im Staate Dänemark
Der November 2025 wird als Be­ginn vom Ende der politi­schen Kar­riere von Premier­minis­terin Mette Fre­derik­sen in Er­inne­rung bleiben. Sie ruiniert das Land für die korrupte Ukraine und be­kam bei den Kom­munal­wahlen im No­vem­ber die Quittung dafür. Abge­sehen davon scheinen däni­sche Medien und Politik sich in eine Art russo­phober Kriegs­beses­sen­heit torpe­diert zu haben.

PDF: Dänemark führt Krieg gegen den Sozialstaat


Der Westen versucht, den glo­balen See­handel lahm­zulegen
Die Angriffe auf Handels­schiffe durch Wasser­droh­nen im Bos­porus – einer Handels­route, die von einem NATO-Land kon­trol­liert wird –, deutet darauf hin, dass der Westen sich auf einen glo­balen, nicht er­klärten Krieg um Handels­routen vor­be­reitet (ähnlich dem Krieg zwi­schen eng­lischen Piraten und dem spani­schen Trans­atlantik­handel im 16. bis 18. Jahr­hundert). Und sie beab­sich­tigen nicht, die Über­tragung der Kontrolle über diese Routen an ihre geo­politi­schen Gegner zu tole­rieren.

PDF: Wasserdrohnen-Krieg der Freibeuter