Multipolarität ist zu einem Schlagwort unserer Zeit geworden. Doch was als Heilmittel gegen die westlich dominierte Unipolarität gilt, verspricht nicht unbedingt eine Welt mit einem stabilen Gleichgewicht zwischen gleichberechtigten Akteuren. Macht verschwindet nicht, sie wird nur umverteilt. Der Begriff der darwinistischen Multipolarität beschreibt eine Welt, in der Macht durch Wettbewerb, Selektion und Anpassung entsteht und nicht etwa durch juristische Formeln oder diplomatische Etikette.
LINK: Die schwierige Entstehung der darwinistischen Multipolarität
Prof. John Mearsheimer erläutert, wie und warum die Monroe-Doktrin (Lateinamerika ist und bleibt der US-Hinterhof und der Rest der Welt hat sich fernzuhalten) bereits 2008 lautlos verstarb. Damals legten russische Kriegsschiffe – erstmals nach dem Kalten Krieg – in Venezuela an. Beide Nationen hielten gemeinsame Manöver ab. Aber: „Der Tag, an dem russische Schiffe in venezolanische Gewässer einfuhren, war nicht nur ein Manöver der Marine. Es war ein stilles Urteil über eine Doktrin, die ihre abschreckende Wirkung verloren hatte.“ Dieser Beitrag zeigt die ersten Risse in der unipolaren Welt, die nicht in Europa, sondern in der Karibik auftraten.
PDF: Der Beginn der Multipolarität
Ändert sich irgendetwas?
Nach fast vier Jahren Siegesgetrommel für die Ukraine muss selbst The Daily Telegraph zugeben, dass Russland gewinnt und als Sieger seine Bedingungen diktieren wird: „Die europäischen Regierungschefs können nach Belieben verschiedene alternative Friedenspläne formulieren, aber die einzige Stimme, die zählt, ist die von Putin.“
Ergänzend dazu gibt es eine neue nationale Sicherheitsstrategie der USA, die sich von der Kriegstreiberei und einer NATO-Osterweiterung verabschiedet. Klingt auf den ersten Blick völlig dubios, aber da sich die Europäer bereits aufregen, scheint etwas dran zu sein. Sputnik hat vorsichtshalber Brian Berletic um eine erste Einschätzung der neuen Strategie gebeten. Die Quintessenz: „Die skizzierte Strategie zielt lediglich darauf ab, den Stellvertreterkrieg mit Russland – angesichts der derzeitigen schlechten Lage für die USA und ihre Stellvertreter – so lange auszusetzen, bis die USA wieder im Vorteil sind, so wie es bei ihrem Stellvertreterkrieg in Syrien der Fall war, den sie Ende letzten Jahres schließlich erfolgreich gewonnen haben.“
PDF: Die neue Sicherheitsstrategie der USA
Erneuerung durch Realismus oder Niedergang durch Verleugnung
Die Hysterie Europas gegenüber Russland ist die letzte Phase der gescheiterten Weltanschauung eines Kontinents, dessen Eliten das Kräfteverhältnis falsch eingeschätzt, den Globalen Süden entfremdet, ihre eigene wirtschaftliche Basis geopfert und sich an die strategischen Schwankungen der USA gebunden haben. Da das Schicksal der Ukraine unübersehbar wird und der globale Einfluss Europas weiter schwindet, steht die EU vor einer schwierigen Entscheidung – Erneuerung durch Realismus oder Niedergang durch Verleugnung. Alles in ihrer aktuellen Entwicklung deutet darauf hin, dass sie sich bereits für Letzteres entschieden hat.
PDF: Europas Hysterie und strategischer Zerfall
Ukraines Potsdam
Die europäischen Staatschefs sind in Panik. Sie bemühen sich verzweifelt darum, Selensky das gleiche Mitspracherecht wie dem russischen Präsidenten Putin einzuräumen. Doch Moskau wird das Sagen haben, wenn dieser Krieg endlich zu Ende ist. Wie in Potsdam am Ende des Zweiten Weltkriegs besteht der einzige Weg nach vorne nun darin, die Bedingungen der Niederlage auszuarbeiten.
PDF: Wie eine Niederlage aussieht
„Reparationskredit“
Der russische Präsident Wladimir Putin hat davor gewarnt, dass jede Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte durch die EU-Führung – unabhängig von der finanziellen Rhetorik – von Moskau als Diebstahl von Staatsvermögen angesehen wird. Russland hat angekündigt, mit rechtlichen Schritten im Rahmen bestehender Verträge entschlossen vorzugehen, um Entschädigungen zu erwirken. Genau das befürchtet Belgien und deswegen wehrt es sich gegen von der Leyens Kredit-Reparationsprogramm.
PDF: Der Diebstahl russischer Gelder bindet die EU an ein sinkendes Schiff
EU-Bellizisten im Tiefflug
„Die etablierten politischen Führer Europas lehnen die Idee, den sinnlosen Krieg in der Ukraine zu einem dringend notwendigen Ende zu bringen, weiterhin unerbittlich ab. Dafür werden sie in den kommenden Jahren bei den Wahlen den Preis zahlen müssen, da die hohen Kriegsausgaben ihre Legitimität im eigenen Land untergraben. Das ist umso bedrückender, als es völlig vorhersehbar war.“
PDF: Verschuldet sich die EU für den Ukraine-Erhalt?
Es ist was faul im Staate Dänemark
Der November 2025 wird als Beginn vom Ende der politischen Karriere von Premierministerin Mette Frederiksen in Erinnerung bleiben. Sie ruiniert das Land für die korrupte Ukraine und bekam bei den Kommunalwahlen im November die Quittung dafür. Abgesehen davon scheinen dänische Medien und Politik sich in eine Art russophober Kriegsbesessenheit torpediert zu haben.
PDF: Dänemark führt Krieg gegen den Sozialstaat
Der Westen versucht, den globalen Seehandel lahmzulegen
Die Angriffe auf Handelsschiffe durch Wasserdrohnen im Bosporus – einer Handelsroute, die von einem NATO-Land kontrolliert wird –, deutet darauf hin, dass der Westen sich auf einen globalen, nicht erklärten Krieg um Handelsrouten vorbereitet (ähnlich dem Krieg zwischen englischen Piraten und dem spanischen Transatlantikhandel im 16. bis 18. Jahrhundert). Und sie beabsichtigen nicht, die Übertragung der Kontrolle über diese Routen an ihre geopolitischen Gegner zu tolerieren.